Der Prozess um den Mord an dem kleinen Fabian aus Güstrow geht weiter – und im Gerichtssaal des Landgerichts Rostock wird es jetzt vor allem für eine richtig spannend: Fabians Mama Dorina L. wird, nachdem sie mehrere Tage lang nicht am Prozess teilnahm, laut Plan am Dienstag wieder dabei sein. Der Grund: Es sollen Zeugen vernommen werden, die Dorina L. laut ihrer Anwältin nicht verpassen möchte. Wer jetzt aussagt und warum das im verfahren um den Mord an Fabian aus Güstrow besonders spannend ist.
Mama Dorina will beim Fabian-Prozess wieder dabei sein
Fabians Mama Dorina L. wollte eigentlich an jedem Verhandlungstag im Mordprozess um ihren Sohn teilnehmen – doch die vergangenen Prozesstage verpasste sie. Der Grund: Hier ging es vor allem um die Situation am Tatort. Sachverständige für Fußspuren, Blutspuren, Faserspuren und Brände wurden gehört. Außerdem mussten vor Gericht mehrfach Bilder vom Tatort und von Fabians Leiche gezeigt werden. Seine Mama Dorina L. blieb dem Verfahren deshalb fern – aus nachvollziehbaren Gründen.
Doch nun will sie wieder dabei sein. Der Grund sind die geladenen Zeugen: Laut Planung des Landgerichts Rostock wird im Prozess um den Toten Fabian aus Güstrow am Dienstag ab 9.30 Uhr ein Bekannter der Angeklagten Gina H. als Zeuge vernommen. Es handelt sich um einen Mann, „der Aussagen zur Beziehung der Angeklagten zum Geschädigten und dessen Vater machen kann“, heißt es in einer Ankündigung.

Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mama Dorina L., hatte bereits angedeutet, dass Fabians Mama das unbedingt hören möchte. „Meine Mandantin wird zu den Prozesstagen, wo aus unserer Sicht ganz wesentliche Zeugen gehört werden, erscheinen“, sagte sie in einem Interview mit dem Youtube-Kanal „Jens fragt nach“. „Diese Zeugen möchte sie unbedingt hören.“ Wichtig seien Zeugen aus dem Umfeld der Angeklagten. „Die sollen von ihr bereits vor der ominösen Auffindesituation an den Tatort zur Leiche geführt worden sein.“
Fabian aus Güstrow: Tatort-Fotos werden wieder gezeigt
Allerdings werden auch Vorkehrungen getroffen, damit das Verfahren nicht plötzlich zu einer noch größeren Belastung für Fabians Mama wird als sowieso schon. Denn natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass im weiteren Prozess nochmals Fotos von Fabians Leiche gezeigt werden müssen. „Wir werden es im Einvernehmen mit dem Gericht so organisieren: Wann immer die Tatorte wieder gezeigt werden müssen, wird sie den Gerichtssaal wieder verlassen.“

Schon weit vor dem Beginn des Prozesses hatten sich mehrere Zeugen an die Polizei, aber auch an die Medien gewandt. Ein Mann berichtete beispielsweise, er sei bereits am Abend vor dem eigentlichen Fund von Fabians Leiche an dem Tümpel bei Klein Upahl geführt worden – von Gina H., der Angeklagten. Der Zeuge berichtete, er sei mit einer Taschenlampe zum Rand des Tümpels gegangen, habe die Leiche gesehen. Er habe nicht erkannt, dass es sich um den kleinen Fabian aus Güstrow handelte. Dann habe Gina H. ihn aufgefordert, der Leiche ins Gesicht zu leuchten – und ihm dann gesagt, es handele sich um Fabian.
Fall Fabian: Das wirft die Anklage Gina H. vor
Ob diese Geschichte stimmt, wird sich im Prozess zeigen – ob Gina H. wirklich die Täterin im Fall Fabian aus Güstrow ist, ist noch unklar. Laut Ermittlern soll sie den Jungen am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter gelockt haben und mit ihm zu dem Tümpel gefahren sein.
Dort habe sie ihn, so die Anklage, mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet. Erst soll sie sich vom Tatort entfernt haben, später aber zurückgekommen sein, um die Leiche mit Brandbeschleuniger anzuzünden. Für Gina H. gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung.


