Wie im Horrorfilm

Invasive Ameisen greifen Kinder an! Warum auch Berlin in Gefahr ist

Eine besondere Ameisenart breiten sich in Deutschland immer weiter aus. Woran man sie erkennt und warum auch Berlin in Gefahr ist.

Author - Florian Thalmann
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Ameisen (hier: eine rote Ameise) gibt es viele. Eine invasive Art breitet sich nun immer weiter in Deutschland aus.
Ameisen (hier: eine rote Ameise) gibt es viele. Eine invasive Art breitet sich nun immer weiter in Deutschland aus.Emmanuele Contini/imago, Panthermedia/imago

Es ist ein Szenario, das man sonst nur aus Horrorfilmen kennt: Hunderte Ameisen fallen in einer Schule über die Kinder her. Eine Gruselgeschichte? Leider nicht! In Karlsruhe ist das laut Berichten wirklich passiert, denn hier breitet sich eine invasive Ameisenart immer weiter aus. Die Stinke-Ameisen zeichnen sich durch einen besonderen Geruch aus. Was viele nicht wissen: Auch Berlin ist in Gefahr.

Ameisen fielen auf Schulhof über Kinder her

In Karlsruhe hat man ernsthafte Probleme mit kleinen Krabblern: Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum breitet sich dort immer weiter aus. Laut Berichten gibt es in der Stadt drei riesige Kolonien des eingeschleppten Insekts – und es gab mit den Tieren bereits einen krassen Zwischenfall. 

Laut einer Mitarbeiterin des Gartenbauamtes, die für den Umgang mit den Ameisen zuständig ist, fielen Hunderte der Ameisen auf einem Schulhof über mehrere Kinder her, die dort standen oder auf Bänken saßen. Es ist das typische Verhalten der Ameisen: „Bei Störung strömen die Arbeiterinnen sehr schnell und in großer Zahl aus dem Boden an die Oberfläche“, heißt es auf der Website der Stadt Karlsruhe.

Immer wieder melden sich außerdem Bürger bei der Stadt, die Angst um ihre Häuser haben. Das Problem: Die Ameisen dringen auf der Suche nach Futter auch in Gebäude ein. Sie können dabei erhebliche Schäden an der Infrastruktur anrichten – indem sie etwa Stromausfälle oder Störungen beim Internet verursachen, Gehwege untertunneln oder die Fundamente von Häusern schädigen.

Noch dazu werden sie nicht umsonst als Stinke-Ameisen bezeichnet. „Reizt man eine Ameise vorsichtig, riecht sie auffällig nach aromatischem Lösungsmittel“, schreibt die Stadtverwaltung.

Die Ameisenart Tapinoma magnum breitet sich in Deutschland immer weiter aus.
Die Ameisenart Tapinoma magnum breitet sich in Deutschland immer weiter aus.Roberto Piras/imago

Die schwarzen Ameisen, die zwei bis vier Millimeter groß werden, stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Seit einigen Jahren sind die Tiere vor allem im Süden Deutschlands unterwegs und breiten sich immer weiter aus.

Ameisen leben in riesigen Superkolonien

Sie leben in sogenannten Superkolonien, besiedeln schnell und einfach riesige Flächen Land und erobern sich mehrere Hektar mit Millionen einzelner Tiere. Die Ameisen lassen sich deshalb auch nur schwer bekämpfen. In Karlsruhe versucht man es mit heißem Wasserdampf, der mit Druck in die Erde geschossen wird - dort, wo sich die Kolonien der Tiere befinden. Private Grundstücksbesitzer, die die Tiere bei sich haben, sollen kochendes Wasser in den Bau der Ameisen kippen.

Das Problem: Jeder kann den Tieren bei der Ausbreitung helfen – deshalb ist auch Berlin gefährdet. Denn die Tiere verbreiten sich auch über Pflanzen aus Gartenmärkten! Aus Karlsruhe heißt es: „Besonders Topfpflanzen aus dem mediterranen Raum – etwa Olivenbäume – können mit gebietsfremden Ameisen befallen sein. Daher sollten Pflanzen vor dem Kauf sorgfältig geprüft werden.“ Wer Ameisen an einer gekauften Pflanze entdeckt, sollte diese im besten Fall für 24 Stunden ins Wasser stellen, dann können die Tiere absterben.

Hatten Sie schon einmal Ameisen im Haus - und was tun Sie gegen die Insekten? Schicken Sie uns Ihre Meinung zum Thema an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!