Winter-Gäste

Das müssen Berliner über die Pharaoameise wissen

Wenn es draußen kalt wird, ziehen die Mini-Schädlinge in Wohnungen. So ist die Lage in Berlin.

Author - Tobias Esters
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Nahaufnahme einer Pharaoameise auf einer Pfingstrose.
Nahaufnahme einer Pharaoameise auf einer Pfingstrose.Depositphotos/IMAGO

Sobald die Temperaturen sinken, suchen sich viele Insekten ein neues Zuhause. Sie lieben vor allem beheizte Gebäude. Auch die Pharaoameise fühlt sich in Wohnungen, Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen besonders wohl. Gerade im Winter häufen sich deshalb Berichte über kleine, hellbraune Ameisen in Küchen, Bädern und an Steckdosen.

Pharaoameise überträgt Keime und Bakterien

Die Pharaoameise gilt als sogenannter Gesundheitsschädling. Sie kann Keime, Bakterien und Pilzsporen übertragen und diese in Wohnungen oder sensiblen Bereichen verteilen.

Der Berliner KURIER hat bei der Senatsverwaltung für Gesundheit nachgefragt, wie groß das Problem in der Hauptstadt wirklich ist. Nach Angaben der Senatsverwaltung gibt es derzeit keine auffällige Zunahme von Fällen in Berlin. Eine flächendeckende Plage sei aktuell nicht bekannt. Auch mehrere Bezirke melden bislang nur sehr wenige oder gar keine Vorkommen.

Aus Pankow heißt es, dass in den vergangenen zwei Jahren lediglich zwei Meldungen eingegangen seien – beide aus privaten Mietshäusern. Marzahn-Hellersdorf verzeichnete im Januar 2026 einen einzelnen Fall in einem Privathaushalt. Andere Bezirke wie Lichtenberg, Steglitz-Zehlendorf oder Friedrichshain-Kreuzberg meldeten zuletzt keine bekannten Fälle. Die Rückmeldungen aus weiteren Bezirken stehen noch aus.

Pharaoameisen vermehren sich rasend schnell und kriechen durch jeden noch so kleinen Spalt.
Pharaoameisen vermehren sich rasend schnell und kriechen durch jeden noch so kleinen Spalt.Steffen Schellhorn/IMAGO

Auch wenn die Zahlen niedrig sind, warnen die Behörden vor dem kleinen Krabbler. Problematisch ist vor allem ihr Verhalten. Auf der Suche nach Nahrung legt die Pharaoameise große Strecken zurück, kriecht in Elektrogeräte, Schränke und sogar unter Wundverbände. In Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen kann das besonders gefährlich werden. Auch das Umweltbundesamt warnt davor, einen Befall zu unterschätzen.

Vorsicht vor falschen Mitteln gegen Pharaoameisen

Die Pharaoameise lässt sich nicht so einfach vertreiben wie andere Ameisenarten. Klassische Sprays oder Hausmittel helfen meist nicht. Sie können die Kolonien sogar weiter verteilen.

In Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kliniken oder Unterkünften muss bei einem Befall sofort das Gesundheitsamt informiert werden. Dort darf die Bekämpfung nur durch Fachfirmen erfolgen. In Mietwohnungen sollten Betroffene umgehend den Vermieter einschalten. Auch hier raten die Behörden dringend zu professioneller Hilfe.

Aktuell gibt es in Berlin keinen Hinweis auf eine größere Ausbreitung der Pharaoameise. Die bisherigen Meldungen bleiben auf Einzelfälle beschränkt. Trotzdem beobachten die Behörden die Lage weiter genau – besonders in den Wintermonaten, wenn die Tiere verstärkt in Häuser drängen.

Hatten Sie schonmal Stress mit der Pharaoameise? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com