Jedes Jahr ist das von der Jury der sprachkritischen „Unwort“-Aktion in Marburg verkündete „Unwort des Jahres“ tief eingebunden in gesellschaftliche und politische Diskussionen. Schon im Vorhinein waren Begriffe, die von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verwendet wurden, daher hoch im Kurs. Gewonnen hat mit „Sondervermögen“ schließlich ein Wort, das nicht nur den Kanzler an den Pranger stellt.
„Sondervermögen“ ist „Unwort des Jahres“ 2025
Der Begriff „Sondervermögen“ ist zum „Unwort des Jahres“ 2025 gekürt worden. Das gab die Jury am Morgen bekannt. Der Gebrauch des ursprünglich aus der wirtschaftlichen und juristischen Fachsprache stammenden Begriffs in der öffentlichen Kommunikation verdecke, was mit ihm eigentlich gemeint sei – nämlich die Aufnahme von Schulden.
Der im vergangenen Jahr vermehrt im öffentlich-politischen Sprachgebrauch verwendete Begriff habe „sehr deutlich die politischen Debatten über Staatsverschuldung und Investitionsprogramme“ geprägt, hieß es weiter.
„Unwort des Jahres“-Kandidaten aus der Merz-Regierung
Vor allem in der neuen Merz-Regierung wurde der Begriff zum Thema. Vorgeschlagene Begriffe, auf die schon im Vorhinein spekuliert wurde, waren zum Beispiel der Begriff „Drecksarbeit“, den Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einem TV-Interview im Zusammenhang mit dem zwölftägigen Krieg Israels gegen den Iran verwendet hatte.

Den ebenfalls vorgeschlagenen Ausdruck „Stadtbild“ hatte auch Merz verwendet: Im Oktober sagte er, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, „aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“. Wen er meinte, war zunächst offen geblieben. Später konkretisierte Merz, Probleme machten jene Migranten, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und sich nicht an die in Deutschland geltende Regeln hielten.


