Prozess um Hitlergruß

Melanie Müller kämpft nach Urteil mit Geldnot und Karriereknick

Prozess, Geldstrafe, Schulden: Melanie Müller steckt tief in der Krise.

Author - Julia Nothacker
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Melanie Müller im Gericht
Melanie Müller im GerichtMatthias Gränzdörfer/Imago

Für Melanie Müller ist der Absturz von der Ballermann‑Bühne längst Realität. Die ehemalige Dschungelkönigin steht derzeit nicht nur juristisch massiv unter Druck, sondern auch finanziell. Der Prozess um den sogenannten Hitlergruß, ein zusätzliches Verfahren wegen Drogenbesitzes und wegbrechende Einnahmen haben die 37‑Jährige in eine der schwierigsten Phasen ihres Lebens gebracht.

Melanie Müller im Berufungsverfahren schuldig gesprochen

Am 12. Januar 2026 fällte das Landgericht Leipzig im Berufungsverfahren ein klares Urteil. Melanie Müller wurde in beiden Anklagepunkten – dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie dem Besitz von Betäubungsmitteln – schuldig gesprochen. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 50 Euro, insgesamt 3500 Euro, zudem muss Müller die Kosten des Verfahrens aus der ersten Instanz tragen.

Der Fall geht zurück auf einen Auftritt im September 2022 in Leipzig, bei dem Melanie Müller mehrmals den rechten Arm hob. Staatsanwaltschaft und Gericht werteten die Geste als Hitlergruß, während Müller und ihr Anwalt bis zuletzt behaupteten, es habe sich um eine übliche Anheiz‑Bewegung auf der Bühne gehandelt. Zusätzlich belastete Müller ein Drogenfund bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung im Jahr 2023, bei dem geringe Mengen Kokain‑Gemisch und eine Ecstasy‑Tablette entdeckt wurden. Auch hier wies Müller jede Schuld von sich und erklärte, die Substanzen hätten einer Bekannten gehört. Das Gericht folgte dieser Darstellung jedoch nicht.

Melanie Müller unter finanziellem Druck

Besonders bitter für die Sängerin: Bereits das erstinstanzliche Urteil aus dem Jahr 2024 hatte richtig zugeschlagen. Damals verhängte das Amtsgericht Leipzig eine Gesamtstrafe von 80.000 Euro, deutlich über der Forderung der Staatsanwaltschaft. Zwar wurde die Summe im Berufungsverfahren drastisch reduziert, doch die wirtschaftlichen Folgen sind längst spürbar.

Melanie Müller bespricht sich mit ihrem Anwalt Adrian Stahl beim Berufungsprozess.
Melanie Müller bespricht sich mit ihrem Anwalt Adrian Stahl beim Berufungsprozess.Agentur Wehnert/M.Gränzdörfer/Imago

Melanie Müllers Karriere brach weitgehend weg. Sie erklärte offen vor Gericht, dass sie früher regelmäßig Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte. Heute sei davon fast nichts mehr übrig. Mit dem Verlust großer Bühnen, abgesagten Bookings und zurückhaltenden Veranstaltern schrumpften ihre Einnahmen drastisch – und genau das bringt Melanie Müller weiter unter finanziellen Druck.

Zu den laufenden Kosten kommen nun hohe Anwalts‑ und Verfahrenskosten, die zusätzlich an ihr nagen. Laut der Bild sprach Melanie auch über ihre Schulden, 150.000 Euro soll sie dem Finanzamt schuldig sein, hinzu kommen weitere 41.000 Euro bei anderen Gläubigern. Außerdem befinde sich ihr Haus in Leipzig in der Zwangsvollstreckung.