Geld-Masche

Fiese GEZ-Kostenfalle: Vorsicht bei dieser Rundfunkbeitrags-Abzocke!

Die An- oder Ummeldung beim Rundfunkbeitrag ist kostenlos. Trotzdem verlangen Drittanbieter bis zu 40 Euro. So erkennen Sie die Google-Kostenfalle.

Author - Mariella Mandurino
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Die An- und Ummeldung des Rundfunkbeitrags kann zu einer Kostenfalle werden.
Die An- und Ummeldung des Rundfunkbeitrags kann zu einer Kostenfalle werden.KI-generiert

Wer umzieht und schnell seine Adresse für die GEZ-Gebühren ändern oder sich neu anmelden will, sollte genau hinschauen. Denn bei Google lauern kostenpflichtige Websites, die für eine eigentlich kostenlose Ummeldung viel Geld verlangen. Viele Verbraucher merken erst am Ende, dass sie auf einen teuren Drittanbieter hereingefallen sind.

Drittanbieter-Websites zocken Beitragszahler ab

Sie sind gerade in eine neue Wohnung gezogen und erhalten Post vom Beitragsservice: Sie sollen sich für den Rundfunkbeitrag anmelden. Ein ganz normaler Vorgang, der sich bequem am Handy oder Computer erledigen lässt. Gleiches gilt für alle, die umgezogen sind und lediglich ihre Anschrift ändern möchten.

Achtung Kostenfalle: So sieht die Website eines Drittanbieters aus. Alles erscheint im ersten Moment ganz normal.
Achtung Kostenfalle: So sieht die Website eines Drittanbieters aus. Alles erscheint im ersten Moment ganz normal.rundfunkbeitrag-service.de

Was im ersten Moment ganz leicht wirkt, kann schnell zu einer Abzocke werden. Googelt man „Rundfunkbeitrag An-/Ummeldung“, wird bei Google nicht unbedingt als erstes die offizielle Website des Beitragsservice angezeigt. Stattdessen erscheinen häufig auch Seiten mit ähnlich klingenden Namen, hinter denen sich kostenpflichtige Drittanbieter verbergen.

Dass es sich nicht um die offizielle Website handelt, ist auf den ersten Blick allerdings kaum zu erkennen. Der entscheidende Hinweis versteckt sich in kleiner Schrift am Anfang der Seite und taucht beim Herunterscrollen erneut auf. Dort heißt es dann: „Wir sind ein unabhängiger Online-Service, wir stehen in keiner Verbindung zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.“

Alles scheint normal zu sein: Die Daten müssen eingegeben werden. Ein Klick weiter und man kommt zur Kostenfalle.
Alles scheint normal zu sein: Die Daten müssen eingegeben werden. Ein Klick weiter und man kommt zur Kostenfalle.rundfunkbeitrag-service.de

Wer den Hinweis allerdings nicht liest oder die Seite nur überfliegt, kann schnell auf die Masche reinfallen. Nach der Dateneingabe und kurz vor der Bestätigung der „Bestellung“ erscheint schließlich eine Zahlungsaufforderung: „Kosten für die Änderung Ihrer Daten gesamt 39,99 Euro“.

Die An- und Ummeldung der GEZ-Gebühren ist immer kostenlos!

Spätestens hier sollten alle Alarmglocken läuten! Denn die An- oder Ummeldung ist selbstverständlich kostenlos. Wer unsicher ist, ob er auf der richtigen Website gelandet ist, sollte direkt die Website www.rundfunkbeitrag.de aufrufen. Dort lässt sich die An- oder Ummeldung kostenlos erledigen.

Auf KURIER-Anfrage bestätigt ein Sprecher des Beitragsservice, dass es solche Drittanbieter-Seiten gibt. Es heißt: „Wir beobachten das Geschäftsmodell der Betreiber bereits seit längerer Zeit. In der Vergangenheit gab es etwa Seiten wie ‚www.service-rundfunkbeitrag.de‘ oder ‚www.dein-rundfunkbeitrag.de‘, die gezielt versuchen, Verbraucherinnen und Verbrauchern unnötigerweise kostenpflichtige Services rund um den Rundfunkbeitrag anzubieten.“

Vorsicht vor dem Absenden: Hier steht am Ende des ersten Absatzes, dass 39,99 Euro für die An- bzw. Ummeldung fällig sind.
Vorsicht vor dem Absenden: Hier steht am Ende des ersten Absatzes, dass 39,99 Euro für die An- bzw. Ummeldung fällig sind.rundfunkbeitrag-service.de

Auch die Verbraucherzentrale hat die Websites im Auge. Jurist Benjamin Räther sagt zum KURIER: „Das ist uns bekannt und es handelt sich nicht um einen Einzelfall. In den letzten Jahren sind mehrere solcher Seiten aufgetaucht. Das Vorgehen der Unternehmen wiederholt sich: Sobald ein Anbieter juristisch unter Druck gerät oder vom Markt verschwindet, taucht kurze Zeit später eine nahezu baugleiche Seite unter neuem Namen und meist mit Sitz im Nicht-EU-Ausland auf.“

Beitragsservice warnt seit Jahren vor Kostenfallen

Die Seiten stehen in keinerlei Verbindung zum Beitragsservice. Weiter sagt der Sprecher zum KURIER: „Bereits seit August 2024 informieren wir in einem Wichtigen Hinweis auf unserer Website www.rundfunkbeitrag.de über derartige Seiten, um Nutzerinnen und Nutzer vor Kostenfallen zu warnen.“

Es wird betont, dass es Beitragszahlern keinen Vorteil bringt, einen Drittanbieter einzuschalten. Es „stellt lediglich einen kostenpflichtigen Umweg dar“. Besonders tückisch: Die Drittanbieter erkaufen sich ein „Top-Platzierung“ bei Google, wodurch sie sogar über der offiziellen Website auftauchen.

Diese Drittanbieter-Seiten seien laut Räther von der Verbraucherzentrale grundsätzlich nicht verboten. Denn wenn gegen Bezahlung eine geschuldete Leistung erbracht wird, spricht nicht dagegen. Aber: „Problematisch wird es, wenn Verbraucher*innen nicht klar und rechtzeitig erkennen können, dass sie überhaupt einen kostenpflichtigen Vertrag abschließen. Genau das ist bei den kostenpflichtigen ‚Ausfüllhilfen‘, die es z.B. auch für Pflege- oder Wohngeldanträge gibt, immer wieder der Fall: Der Hinweis auf die Kosten ist im Kleingedruckten versteckt, der Bestellbutton fehlt oder die Widerrufsbelehrung ist nicht korrekt.“

Aber es gibt trotzdem einen Trick, Kostenfallen zu entdecken: „Die Websites sind in den Suchergebnissen allerdings – anders als die offizielle Website des Beitragsservice – als gesponsert oder als Anzeige beziehungsweise Werbung markiert.“ Für alle Verbraucher heißt es also: Augen auf bei der Google-Suche, denn keiner möchte in eine Beitrags-Abzocke tappen.

Sind Sie schon einmal auf eine kostenpflichtige Drittanbieter-Website hereingefallen? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com