Städte-Vergleich

Berlin hat die höchsten Autokosten: Was treibt die Preise so hoch?

Für Autobesitzer ist Berlin ein teures Pflaster. In keiner anderen deutschen Stadt sind die Kosten so hoch wie hier. Nur in einem Punkt ist es in Berlin am billigsten.

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Für Autobesitzer ist Berlin ein teures Pflaster.
Für Autobesitzer ist Berlin ein teures Pflaster.Zoonar.com/ArTo/Imago

Wer in Berlin ein Auto besitzt, braucht nicht nur starke Nerven  – auch ein gut gefülltes Konto. In keiner anderen deutschen Großstadt sind die laufenden Autokosten so hoch wie in der Hauptstadt, wie eine aktuelle Auswertung von HolidayCheck Mietwagen zeigt.

Für einen Benziner mit 12.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr summieren sich demnach die regional abhängigen Kosten in Berlin auf rund 3659 Euro jährlich. Damit liegt die Hauptstadt sogar noch vor München (3563 Euro) und Frankfurt am Main (3508 Euro). Was macht Berlin zur teuersten Auto-Stadt?

Die Versicherung macht Berlin zum Teuer-Spitzenreiter

Der wichtigste Kostentreiber ist die Kfz-Versicherung. Für eine Vollkaskopolice werden laut Holiday Check in Berlin im Schnitt 1120 Euro pro Jahr fällig. Damit liegt die Hauptstadt klar an der Spitze des Rankings. Dahinter folgen mit großem Abstand München mit 866 Euro, Stuttgart mit 829 Euro und Frankfurt am Main mit 826 Euro. In Bielefeld kostet die Vollkasko durchschnittlich nur 615 Euro – fast 500 Euro weniger als in Berlin.

Als Gründe gelten unter anderem höhere Risiken durch Unfälle, Diebstähle und Vandalismus in Großstädten. Je höher das statistische Schadensrisiko einer Region ausfällt, desto stärker schlägt sich das in den Versicherungsprämien nieder.

Grafik: BK/KI, Quelle: HolidayCheck Mietwagen

Hohe Werkstatt-Kosten fürs Auto in Berlin

Auch Werkstattbesuche gehen in Berlin ordentlich ins Geld. Die Untersuchung kalkuliert mit vier Werkstattstunden pro Jahr. Dafür werden in der Hauptstadt durchschnittlich 784 Euro fällig. Nur München, Frankfurt und einige Ruhrgebietsstädte liegen noch darüber.

Grafik: BK/KI , Quelle: HolidayCheck Mietwagen

Günstiges Parken in Berlin reißt es nicht raus

Dass Berlin beim Anwohnerparken besonders günstig ist, ist bekannt. Mit lediglich 10,20 Euro pro Jahr ist der Bewohnerparkausweis in Berlin der günstigste unter den 20 untersuchten Großstädten. In Bonn müssen Autobesitzer dafür 360 Euro zahlen, in Münster 260 Euro und in Frankfurt 120 Euro.

Die hohen Gesamtkosten in Berlin entstehen also nicht durch das Parken, sondern vor allem durch Versicherung und Werkstatt. Mehr als 500 Euro Unterschied je nach Wohnort.

Im Gesamt-Vergleich mehr als 540 Euro Unterschied

Wie stark der Wohnort ins Gewicht fällt, zeigt der Blick ans Ende der Rangliste. Am günstigsten fährt man laut Studie in Bielefeld. Dort liegen die jährlichen Gesamt-Autokosten bei 3117 Euro. Am zweitgünstigsten ist Leipzig mit 3129 Euro.

Zwischen dem teuersten Standort Berlin und dem günstigsten Standort Bielefeld klafft damit eine Lücke von mehr als 540 Euro pro Jahr.

Tanken spielt nur eine Nebenrolle

Anders als viele Autofahrer vermuten, fallen die regionalen Unterschiede bei den Spritkosten vergleichsweise gering aus. Während die Preise insgesamt gestiegen sind, unterscheiden sie sich zwischen den Großstädten nur um wenige Euro pro Monat. Deutlich stärker wirken sich Versicherungsprämien und Werkstattpreise auf das jährliche Autobudget aus. Berlin bleibt damit für Autofahrer ein teures Pflaster.

Liebe Leser, ärgern Sie sich über die hohen Auto-Kosten in Berlin?  Haben Sie sich schon mal überlegt, Ihr Auto ganz abzuschaffen? Sind Sie bereits auf Mietwagen umgestiegen? Bitte schreiben Sie uns an leser-bk@berlinerverlag.com