Spam-Anrufe

Vorsicht, Telefon-Abzocke: Bei diesen Nummern sofort auflegen

Spam-Anrufe nehmen drastisch zu. Bei diesen Telefonnummern sollten Sie besonders aufpassen und so schützen Sie Ihre Daten vor Betrügern.

Author - Stefan Doerr
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Die Betrüger erschleichen sich private Daten ihrer Opfer, wie die Kontonummer.
Die Betrüger erschleichen sich private Daten ihrer Opfer, wie die Kontonummer.Zoonar/Imago

Das Telefon klingelt und am anderen Ende meldet sich angeblich die Bank, der Energieversorger oder sogar eine Datenschutzstelle. Was seriös klingt, ist oft ein perfider Betrugsversuch. Die Zahl der Spam-Anrufe ist zuletzt deutlich gestiegen. Bei diesen Telefonnummern sollten Sie sofort auflegen, und so schützen sie sich vor Betrügern!

Oft kennen die Betrüger schon persönliche Opfer-Daten

Wie aus dem aktuellen Telefonspam-Report von Clever Dialer hervorgeht, wurden im Juni insgesamt 626.555 Spam-Anrufe registriert. Das sind 19,5 Prozent mehr als im Vormonat.

Das Muster ist immer ähnlich. Die Anrufer versuchen zunächst Vertrauen aufzubauen. Anschließend setzen sie die Angerufenen unter Druck, um an sensible Informationen wie Kontodaten, Geburtsdaten oder Zählernummern zu gelangen.

Besonders häufig meldeten Nutzer angebliche Anrufe zu Gewinnspielen, Datenschutzfragen, Bankkonten, Stromzählern oder Gesundheitsumfragen. Auffällig ist auch, dass die Betrüger oft schon persönliche Daten ihrer Opfer kennen. Außerdem wird oft mehrfach angerufen, und zwar jedes Mal mit leicht veränderter Telefonnummer.

Das sind die fünf meist gemeldeten Spam-Nummern im Juni.
Das sind die fünf meist gemeldeten Spam-Nummern im Juni.Clever Dialer

Die Hamburger Festnetznummer 040-299961730 war im Juni die zwei meiste gemeldete Spam-Telefonnummer. Ein Betroffener berichtet: „Anrufer gab sich als Mitarbeiter der SWB (Stadtwerke Bonn) aus und wollte Zählernummer wissen/abgleichen. Die SWB hat keine Außenstelle und auch keine Telefonzentrale in Hamburg.“

Auch hinter einer Düsseldorfer Nummer steckte laut Betroffenen eine bekannte Masche. Zur Rufnummer 0211-95589348 heißt es: „Kündigung Gewinnspiel, drohen mit hohen Rechnungen, die angeblich bezahlt werden müssen, weil man ein Abo nicht rechtzeitig gekündigt hätte.“

Eine weitere Masche setzt direkt bei der Angst vor Cyberkriminalität an. Zur Nummer 0211-95588733 schildert ein Betroffener: „Jetzt haben sie eine neue Masche. Sie geben sich als Mitarbeiter deiner Sparkasse oder Bank aus. Sie könnten dafür sorgen, dass ich keine betrügerischen Anrufe mehr erhalte. Angeblich wurde auch mehrfach versucht, aus dem Ausland mein Konto zu hacken. Sie kennen deinen Namen, Adresse, Geburtsdatum und Kontonummer. Diese soll man bestätigen und dann könnten sie alles, was mit den Hacker-Versuchen zu tun hat, löschen. Dies wäre eine einmalige Chance, die nicht wieder kommt“

Auch diese Nummern gehören zu den meist gemeldeten Spam-Anrufen.
Auch diese Nummern gehören zu den meist gemeldeten Spam-Anrufen.Clever Dialer

Vorsicht bei diesen Rufnummerblöcken

Auffällig bleibt auch das sogenannte Number Cycling. Dabei nutzen Betrüger ganze Rufnummernblöcke und ändern lediglich die letzten Ziffern. So sollen Sperren umgangen und möglichst viele Menschen erreicht werden.

Besonders aktiv war im Juni erneut der Düsseldorfer Rufnummernblock +4921195588XXX. Von dort registrierte Clever Dialer 49.540 Spam-Anrufe von insgesamt 38 verschiedenen Rufnummern. Es folgen die Nummernblöcke +4974557884XXX aus Dornhan mit 31.410 Anrufen und +4921666846XXX aus Mönchengladbach mit 30.306 Anrufen. Die Vielzahl wechselnder Rufnummern deutet auf organisierte Spam-Kampagnen hin.

So schützt man sich vor Telefonbetrug

Die Bundesnetzagentur empfiehlt, bei unbekannten Nummern besonders vorsichtig zu sein. Verbraucher sollten nicht unüberlegt zurückrufen und am Telefon keine persönlichen Daten wie Adresse, Geburtsdatum, Zählerstand oder Bankverbindung preisgeben. Auch einen angeblichen Datenabgleich sollte man grundsätzlich ablehnen.

Außerdem rät die Behörde, Fragen möglichst nicht mit einem klaren „Ja“ zu beantworten. Kriminelle könnten Gesprächsmitschnitte manipulieren und daraus einen vermeintlichen Vertragsabschluss konstruieren.

Hilfreich ist es außerdem, nach dem Namen des Anrufers und des Unternehmens zu fragen und sich die Angaben zu notieren. Viele Telefone und Router bieten zudem die Möglichkeit, einzelne Rufnummern oder anonyme Anrufe zu sperren. Beim Telekommunikationsanbieter lässt sich häufig auch die Funktion „Anonymous Call Rejection“ aktivieren, mit der Anrufe mit unterdrückter Rufnummer automatisch abgewiesen werden.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com