Krasser Fall

Pech gehabt! 1 km/h zu schnell: Autofahrer muss 280 Euro zahlen

Ein Autofahrer wurde in Ungarn gleich zweimal geblitzt – und muss trotz minimaler Überschreitung fast 300 Euro zahlen. Das steckt dahinter.

Author - Florian Thalmann
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Einmal nicht aufgepasst, schon wird man geblitzt: Das ist wohl den meisten Autofahrern schon einmal passiert. In Ungarn dürfte sich ein Autofahrer jetzt ganz besonders ärgern.
Einmal nicht aufgepasst, schon wird man geblitzt: Das ist wohl den meisten Autofahrern schon einmal passiert. In Ungarn dürfte sich ein Autofahrer jetzt ganz besonders ärgern.Tim Oelbermann/imago

Jeder ist wohl schon einmal geblitzt worden – und wenn der Brief vom Ordnungsamt hereinflattert, ist der Ärger riesig. Doch nur wenige dürften sich über einen Tempo-Verstoß so ärgern wie ein Mann in Ungarn: Er musste für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 1 und 2 Kilometern pro Stunde satte 280 Euro zahlen. Wie geht das denn? Hinter dem auf den ersten Blick merkwürdigen Fall steckt eine Verwaltungsregel aus dem beliebten Urlaubsland in Osteuropa. Wir klären auf, was dahintersteckt.

Tempo-Sünde: Mehr als 280 Euro Strafe für 2 km/h

Was war passiert? Wie die ungarische Polizei berichtet, wurden bereits am 4. und am 6. Juni im Karancs-Tal in Ungarn Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. In der Stadt Karancskeszi ging den Behörden dabei ein besonderer Temposünder ins Netz: In einer Zone, in der höchstens 50 Kilometer pro Stunde erlaubt waren, rauschte er mit 66 Kilometern pro Stunde durch. Nur 40 Minuten später war der gleiche Autofahrer in der Gegenrichtung unterwegs – mit 67 Kilometern pro Stunde.

Das ist eine ganze Menge, möchte man meinen. Das stimmt. Doch der Autofahrer hatte großes Pech. Denn laut einer Verwaltungsregel in Ungarn werden Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit erst ab 15 Kilometern pro Stunde geahndet. Die Regel ist vergleichbar mit der Toleranz im deutschen Straßenverkehr: Hier werden bei Blitzern 3 km/h und bei mobilen Blitzern 5 km/h abgezogen. In Ungarn ist die Regel etwas lascher – und das dürfte den betroffenen Autofahrer ziemlich geärgert haben.

Wenn man geblitzt wird, kann es nicht nur teuer werden. Im Zweifel wird auch das Punktekonto in Flensburg schnell voll.
Wenn man geblitzt wird, kann es nicht nur teuer werden. Im Zweifel wird auch das Punktekonto in Flensburg schnell voll.Shotshop/imago

Denn wäre er 65 km/h gefahren, wäre er vermutlich ohne Strafe davongekommen – so war er auf der einen Strecke 1 km/h, auf der Rücktour 2 km/h zu schnell. Laut Berichten wird für beide Überschreitungen nun ein Bußgeld von 100.000 Forint fällig, das sind umgerechnet 285,50 Euro. Und das quasi nur wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 1 und 2 Kilometern pro Stunde …

Tempo-Sünder muss satte 400 Euro zahlen

Er war nicht der einzige Raser, der der Polizei bei den Kontrollen ins Netz ging. Rekordhalter war laut dem Bericht eines ungarischen Auto-Portals ein Mann, der in der 50er-Zone mit 105 km/h geblitzt wurde. Er muss nun ein Bußgeld in Höhe von 140.000 Forint zahlen – das sind umgerechnet knapp 400 Euro.

Auch im Urlaub gilt: Fuß vom Gas! Das schont nicht nur die Urlaubskasse, sondern sorgt auch für mehr sicherheit im Straßenverkehr.
Auch im Urlaub gilt: Fuß vom Gas! Das schont nicht nur die Urlaubskasse, sondern sorgt auch für mehr sicherheit im Straßenverkehr.Maximilian Koch/imago

Wer nun aber nach Ungarn in den Urlaub fährt und glaubt, ruhig das Gaspedal durchdrücken zu können, der kann sich ordentlich in die Nesseln setzen. Denn die Toleranzgrenze von 15 Kilometern pro Stunde gilt nur bei Blitzern. Darauf wiesen die Polizeibehörden in dem Zusammenhang hin. Denn: wird bei einer stationären Kontrolle ein Autofahrer angehalten, kann auch schon ab einer „echten“ Überschreitung von 1 km/h, also ab 51 km/h, ein Bußgeld verhängt werden.

Toleranz bei Blitzern: Das gilt in anderen Ländern

Und welche Regeln gelten in anderen Urlaubsländern? Laut ADAC unter 100 km/h werden in Österreich bei Lasermessungen 3 km/h und bei Radarmessungen 5 km/h abgezogen.

In Italien sind es 5 Prozent der Geschwindigkeit, mindestens aber 5 km/h. In Spanien liegt die Toleranz zwischen 3 und 7 Kilometern pro Stunde – und in Frankreich 5 oder 10 km/h, je nachdem, ob mit einem festen Messgerät oder mit einem mobilen Blitzer gemessen wurde. Generell gilt: Fuß besser runter vom Gas. Das schont nicht nur die Urlaubskasse, sondern rettet im Zweifel das eigene Leben.

Sind Sie im Ausland schonmal geblitzt worden? Schicken Sie uns Ihre Erfahrungen per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!