Sommerurlaub 2026

Griechenland sperrt 251 Strände: Das müssen Urlauber jetzt wissen

An vielen Stränden in Griechenland gelten strenge Verbote, bei Verstößen drohen harte Strafem. Was Urlauber jetzt wissen müssen.

Author - Tobias Esters
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Der berühmte Strand von Elafonisi auf Kreta gehört zu den geschützten Küstenabschnitten.
Der berühmte Strand von Elafonisi auf Kreta gehört zu den geschützten Küstenabschnitten.Anastasy Yarmolovich/Zoonar.com/IMAGO

Sonnenliege, Schirm, ein Cocktail von der Strandbar: Für viele gehört das zum perfekten Griechenland-Urlaub dazu. Doch an immer mehr Stränden des Landes ist damit jetzt Schluss. Die Regierung in Athen hat die Liste besonders geschützter Küstenabschnitte für 2026 erneut ausgeweitet. An mittlerweile 251 Stränden sind Liegen, Sonnenschirme und kommerzielle Angebote komplett verboten.

Immer mehr Strände unter Schutz

Diese Strände tragen den Titel „Apatites Paralies", übersetzt etwa „unberührte Strände". Im Vorjahr standen 238 Abschnitte auf der Liste, vor zwei Jahren waren es nur 198. Nun kamen 13 weitere hinzu. Unterzeichnet wurde die gemeinsame Ministerialentscheidung von Wirtschaftsminister Kyriakos Pierrakakis und Umweltminister Stavros Papastavrou. Das berichtet unter anderem der griechische Sender Star.

Die Regeln sind streng. An den geschützten Abschnitten dürfen weder Liegen noch Sonnenschirme aufgestellt werden. Auch Strandbars, Imbissstände, Jetskis, Motorboote und Musik über Lautsprecher sind untersagt, ebenso Versammlungen mit mehr als zehn Personen. Wie das Schweizer Portal „20 Minuten" berichtet, können Verstöße empfindlich teuer werden: Die Bußgelder reichen je nach Schwere von rund 2.000 bis zu 60.000 Euro. Die Einhaltung wird teils sogar per Drohne überwacht.

Für Urlauber heißt das aber nicht, dass diese Strände gesperrt sind. Die meisten bleiben frei zugänglich, bieten jedoch keinen Komfort mehr. Wer dort baden möchte, muss Sonnenschutz, Wasser und Verpflegung selbst mitbringen.

Naturparadies statt Strandliege: Die Korission-Lagune auf Korfu steht ab sofort unter besonderem Schutz.
Naturparadies statt Strandliege: Die Korission-Lagune auf Korfu steht ab sofort unter besonderem Schutz.YAY Images/IMAGO

Zu den neu geschützten Abschnitten zählen laut Star zwei Strände im Nationalpark von Messolonghi, die Korission-Lagune auf Korfu, der Kastro-Strand auf Lefkada, sowie die Strände Pori und Italida auf Ano Koufonisi. Ein Schwerpunkt liegt auf Kreta: Sieben Küstenabschnitte im Bezirk Chania wurden aufgenommen, darunter beliebte Ziele wie Falassarna und Elafonisi. Viele der betroffenen Strände liegen in Natura-2000-Gebieten, dem europäischen Schutznetzwerk.

117 Gäste pro Einwohner: Wenn der Tourismus zur Last wird

Hinter den Maßnahmen steckt ein wachsendes Problem. Knapp 38 Millionen Menschen reisten im vergangenen Jahr nach Griechenland, mehr als das Dreieinhalbfache der Einwohnerzahl. Besonders auf den Inseln sind die Folgen spürbar. Auf Rhodos kommen laut „watson.de" statistisch 117 Übernachtungsgäste auf jeden Einwohner pro Jahr. Auf Santorini und Mykonos geraten Strom-, Wasser- und Müllentsorgung in den Sommermonaten regelmäßig an ihre Grenzen. Für Einheimische wird Wohnraum knapper, Mieten und Lebenshaltungskosten steigen.

Athen reagiert noch an anderer Stelle. Anfang Mai stellte die Regierung ein Reformpaket für den Hotelbau vor, das Ende Juni 2026 in Kraft treten soll. Umweltminister Papastavrou bezeichnete es als „historische Reform". Für stark frequentierte Ziele wie Santorini, Mykonos, Rhodos und Kos gelten dann verschärfte Vorschriften: Die Kapazität neuer Beherbergungsbetriebe wird gedeckelt, abhängig von der Größe der jeweiligen Insel. Zudem dürfen in den am stärksten belasteten Regionen künftig nur noch Häuser ab drei Sternen neu gebaut werden.

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