Türkisblaues Wasser, feiner Sand, Postkartenidylle – und eine Regel, die derzeit halb Italien den Kopf schütteln lässt. Am Strand von Punta Molentis im Süden Sardiniens gelten seit Saisonbeginn strikte Auflagen: Zugang nur mit Reservierung, maximal begrenzte Besucherzahl, zehn Euro Eintritt – und ein Sonnenschirm‑Veto für fast alle.
Nur zwei Gruppen dürfen Sonnenschirme aufstellen
Nur zwei Gruppen dürfen überhaupt Schattenspender installieren: Familien mit Kindern unter zehn Jahren und Senioren ab 65. Alle anderen müssen ohne Schirm auskommen. Pavillons, Zelte oder andere Schattenspender? Ebenfalls tabu. Die Regeln gelten täglich von 8 bis 20.30 Uhr und bleiben bis Ende Oktober in Kraft.
Die Gemeinde Villasimius auf Sardinien begründet die Maßnahmen mit dem Schutz des empfindlichen Küstenabschnitts. Ein verheerender Brand im Juli 2025 hatte rund 100 Hektar Vegetation zerstört, Dutzende Autos beschädigt und fast 200 Menschen mussten per Hubschrauber oder Boot in Sicherheit gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte später: Es war Brandstiftung. Nach dem Feuer waren große Teile der Dünen an dem traumhaften Strand kahl, instabil und sehr verletzlich.

Sonnenschirm-Verbot um die Strand-Dünen zu schützen
Der Brand hat die Dünen geschwächt. Schon im vergangenen Jahr gab es deshalb strenge Vorgaben, darunter ebenfalls ein Sonnenschirm‑Verbot. Doch viele hielten sich nicht daran. Lokale Umweltschützer kritisierten damals, dass Besucher trotz klarer Regeln Schirme in den Dünen aufstellten und damit die ohnehin geschädigte Vegetation weiter belasteten. Die Gemeinde spricht nun von „außergewöhnlichen Meereswetterereignissen“ und der Notwendigkeit, „die menschlichen Auswirkungen zu begrenzen“.


