Berlin

Blitzer-Boom bringt Berlin fast 119 Millionen Euro ein

Im Jahr 2025 kassierte die Bußgeldstelle damit 6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr – und es hätte sogar noch mehr sein können

Author - Stefan Doerr
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Die Stadt Berlin kassiert kräftig an Temposündern und Rotlichtfahrern.
Die Stadt Berlin kassiert kräftig an Temposündern und Rotlichtfahrern.Paul Zinken/dpa

Bei Rot über die Ampel, falsch geparkt oder zu schnell unterwegs: Die Berliner Bußgeldstelle hat im vergangenen Jahr kräftig abkassiert. Mehr als 118,9 Millionen Euro flossen durch Bußgeldbescheide in die Landeskasse. Und es könnte sogar noch mehr sein, meint die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Die Einahmen steigen rasen

Für die GdP ist und bleibt die Bußgeldstelle „die Goldgrube der Hauptstadt“, wie Gewerkschafts-Sprecher Benjamin Jendro sagt. Die Einnahmen durch Knöllchen steigen rasant. Im Jahr 2024 lagen sie noch mit rund 112,4 Millionen Euro satte sechs Millionen Euro unter dem aktuellen Wert.

Hoher Anstieg bei Temposündern

Besonders stark gestiegen ist die Zahl der Raser. Nach der Statistik wurden 977.664 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert, im Jahr zuvor waren es 850.643. Die Gewerkschaft der Polizei glaubt, dass vor allem neue Kontrollmethoden für den Anstieg sorgten.

Das Rotlicht schert diesen Radfahrer nicht - das kann teuer werden.
Das Rotlicht schert diesen Radfahrer nicht - das kann teuer werden.IMAGO/Gottfried Czepluch

Mobile Blitzer bringen Millionen Euro

„Mobile und flexible Kontrollmöglichkeiten sind der richtige Weg“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Die Gewerkschaft sieht darin auch den Grund für einen Rückgang bei Rotlichtverstößen. Während 2024 noch 24.342 Fälle gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr 19.290. Mobile Blitzer seien damit offenbar effektiver als fest installierte Anlagen.

Und offenbar könnte Berlin Autofahrer noch öfter zur Kasse bitten. Denn die Polizeigewerkschaft beklagt massive Engpässe beim Personal. Jendro: „Wir haben eine wachsende Anzahl an Ordnungswidrigkeiten in Berlin, aber einen nahezu unveränderten Personalkörper.“

Viele Verkehrssünder kommen straffrei davon

Insgesamt wurden im Jahr 2025 mehr als vier Millionen Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten erfasst, im Jahr davor waren es rund 3,8 Millionen. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der eingestellten Verfahren deutlich: Knapp 1,04 Millionen Fälle wurden im vergangenen Jahr nicht weiterverfolgt, nach 926.243 im Jahr 2024.

Warum so viele Verfahren im Sande verlaufen, geht aus einer Antwort der Berliner Innenverwaltung auf eine schriftliche Anfrage von Grünen-Abgeordneten aus dem Jahr 2025 hervor. Häufig habe der Fahrer nicht ermittelt werden können. In anderen Fällen sei es nicht gelungen, den Bußgeldbescheid fristgerecht an die Verkehrssünder zu verschicken.