Die Preiserhöhung der Eier im Aldi bedeutet ein Plus von satten 25 Prozent. Für viele Kunden ein Schock – für den Handel ein Signal. Denn wenn Aldi erhöht, ziehen andere Ketten meist nach.
Verbraucher im Dunkeln: „Alles eine Blackbox“
Wo landet das viele zusätzliche Geld? Genau das weiß niemand so genau. „Die Preisbildung bei Lebensmitteln ist für Verbraucherinnen und Verbraucher fast immer eine Blackbox“, sagt Ernährungsexpertin Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin der Berliner Zeitung. Übersetzt heißt das: zahlen ja, verstehen nein.

Vogelgrippe macht Eier knapp – Ostern verschärft die Lage
Ein Haupttreiber der Preisexplosion ist die anhaltende Vogelgrippe. In mehreren europäischen Ländern wurden riesige Bestände gekeult, das Angebot schrumpft dramatisch. Gleichzeitig steigt die Nachfrage – besonders vor Ostern. Bio-Eier und bestimmte Größen sind vielerorts kaum noch zu bekommen.
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft betont: Der Handel müsse höhere Preise zahlen, die Erzeuger profitierten davon. Doch ob das wirklich überall so ankommt, ist fraglich.
Wie schwierig die Lage auf den Höfen ist, beschreibt der Brandenburger Bio-Landwirt Fabian Engelmann. Seine rund 6000 Legehennen leben in mobilen Ställen. Normalerweise legen sie bis zu 90 Prozent Leistung – doch Stallpflicht bremst. „Wenn die Hühner nicht raus können, legen sie weniger Eier“, sagt Engelmann. Dazu kommen strengere Hygieneregeln und mehr Kontrolle.
Wer verdient wirklich – Bauer oder Handel?
Ob die Preiserhöhungen im Supermarkt angemessen sind, können Verbraucher kaum beurteilen. Wie viel beim Landwirt bleibt, wie viel bei Packstellen und wie viel im Handel, bleibt im Nebel. Die Verbraucherzentrale fordert deshalb mehr Transparenz – etwa durch eine unabhängige Preisbeobachtung.
Warnung aus der Branche: „Viele sind nur noch Lohndienstleister“
Auch auf Vermarkter-Seite wächst die Kritik. Lasse Brandt von der Brandenburger Bio Ei GmbH sagt: Ob höhere Preise bei den Höfen ankommen, hängt stark von Verträgen ab. Große Strukturen hätten die Macht, kleine Betriebe kaum. „Am Ende sind viele nur noch Lohndienstleister der Vermarkter.“


