Ungewöhnliches Reiseziel

Kim Jong Un baut Luxus-Strände für Russen. Aber die Urlauber bleiben weg

Luxusresort, Direktflüge, russischer Service: Nordkorea wirbt um Urlauber aus Russland. Der große Tourismus-Boom bleibt allerdings bislang aus.

Author - Sebastian Karkos
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Nordkorea lockt mit Sonne und Stränden, doch russische Urlauber kommen trotz aller Bemühungen kaum (Symbolfoto).
Nordkorea lockt mit Sonne und Stränden, doch russische Urlauber kommen trotz aller Bemühungen kaum (Symbolfoto).Copilot/Mit KI generiert

Wohin in den Urlaub, wenn viele Türen verschlossen bleiben? Seit dem russischen Angriff 2022 auf die Ukraine ist das Reisen für Russen kompliziert geworden. Visa-Beschränkungen, gesperrte Lufträume und längere Flugrouten erschweren die Fortbewegung.

Nordkorea wirbt aktiv um Touristen aus Russland

Zu den beliebtesten Urlaubszielen russischer Touristen zählen inzwischen die Türkei, Ägypten, Thailand und China. Doch ein anderes Land buhlt ebenfalls um Gäste aus Russland: Nordkorea. Russland gehört zu den letzten Verbündeten des streng abgeschotteten Landes. Entsprechend wirbt Pjöngjang aktiv um Besucher aus dem einstigen Zarenreich. Doch so richtig in Schwung kommt der Tourismus nicht.

Wie Arte in einer Dokumentation berichtet, sollen 2025 lediglich 3000 bis 5000 russische Urlauber den Weg in den kommunistischen Staat gefunden haben. Dabei gab es spätestens mit dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) bei Diktator Kim Jong Un (42) im Jahr 2024 eine gegenseitige Charme-Offensive.

Mit Strand und Hotels wirbt Kim um Touristen

Nordkorea öffnete sich für russische Besucher und lockte mit Ski-Resorts, aber auch mit Sonne, Strand, Wasserparks und modernen Hotels. Sowie mit russischsprachiger Betreuung. Ein riesiges Feriengebiet an der Ostküste sollte Gäste aus Russland anziehen. Nicht zuletzt, damit der Rubel rollt.

Für Nordkorea ist der Tourismus eine der wenigen Möglichkeiten, dringend benötigte Devisen ins Land zu holen. Die russische Fluggesellschaft Nordwind Airlines richtete dafür sogar eine Direktverbindung zwischen Moskau und Pjöngjang ein. Doch wie das Fachportal aerotelegraph.com berichtete, nutzten trotz staatlicher Förderung kaum Touristen das Angebot. Die Flugdauer beträgt über siebeneinhalb Stunden. Auch das schreckt viele ab.

Langer Flug von Moskau schreckt ab, Wladiwostok bleibt die Hauptverbindung

Der Großteil der ohnehin überschaubaren Nachfrage läuft weiterhin über Wladiwostok, das rund 150 Kilometer Luftlinie von der nordkoreanischen Grenze entfernt liegt. Von dort reisen die Besucher meist mit Nordkoreas Staatsairline Air Koryo weiter. Weiterer Minuspunkt: Nordkorea ist kein Schnäppchen-Ziel. Für ähnliche Summen bekommen Russen oft schon Pauschalreisen in die Türkei oder nach Thailand. Und das bei deutlich mehr Reisefreiheit. Denn sich frei bewegen in Nordkorea, das dürfen auch Russen nicht! Alles wird für Touristen organisiert.

Fakt ist: Russen mögen in Nordkorea als Freunde gelten – einen Tourismus-Boom hat das dem kommunistischen Regime bislang nicht beschert.

Nordkoreanische Touristen vergnügen sich an der Ostküste ihres Landes.
Nordkoreanische Touristen vergnügen sich an der Ostküste ihres Landes.Xinhua/IMAGO

Auch Deutsche können theoretisch nach Nordkorea reisen. Dafür ist ein Visum erforderlich. Das Auswärtige Amt rät allerdings dringend von Trips in den stalinistisch geprägten Staat ab. Hintergrund sind unter anderem Festnahmen von Ausländern sowie teilweise langjährige Haftstrafen in der Vergangenheit. 

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Können Sie sich vorstellen, nach Nordkorea zu fliegen? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com