Jeder, der in Deutschland schon mal eine Party gefeiert hat, kennt das Problem: Um 22 Uhr ist hierzulande Nachtruhe! Wer danach lauter macht, riskiert Beschwerden von den Nachbarn oder sogar einen Besuch der Polizei. Denn dass in der Nacht Ruhe herrscht, ist hierzulande vorgeschrieben. Doch bald wird die Regelung für den Lärmschutz gekippt. Ab Juni gilt keine Nachtruhe ab 22 Uhr mehr. Wir verraten, was dahinter steckt.
Nachtruhe in Deutschland wird ab Juni gekippt
Im Sommer darf Deutschland Lärm machen – und das noch länger als bisher. Der Grund liegt auf der Hand: Im Juni startet die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft! Die WM findet in Kanada, Mexiko und den USA statt. Ungünstig aufgrund der Zeitverschiebung. Die Bundesregierung macht deshalb jetzt Ernst und kippt die bisherige Nachtruhe-Regelung, damit im Sommer jeder Fußball gucken und dabei ordentlich feiern kann.
Das Bundesministerium für Umwelt legte dafür eine neue Verordnung vor, die vom Kabinett nun beschlossen wurde. Sie soll es Städten und Gemeinden vereinfachen, Public-Viewing-Veranstaltungen zur Fußball-WM durchzuführen. „Die Fußball-WM 2026 werden die meisten deutschen Fans vor dem Bildschirm verfolgen und mit Zeitverschiebung mitfiebern. Damit das gemeinsam beim Public Viewing geht, lockert die Bundesregierung die sonst gültigen Lärmschutz-Regeln“, sagt Umweltminister Carsten Schneider.

Die neue Public-Viewing-Verordnung besagt, dass es Ausnahmen vom Lärmschutz gibt, damit solche Events auch nach 22 Uhr durchgeführt werden können. Denn aufgrund der Zeitverschiebung liegen die Anstoßzeiten in der Nacht: 19 Spiele starten bei der Fußball-WM um 21 Uhr, 12 Spiele um 3 Uhr, 10 Spiele um 22 Uhr und 9 Spiele um 0 Uhr.
Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft starten 22 Uhr
Die insgesamt drei Vorrundenspiele der deutschen Nationalelf beginnen um 19 Uhr und zwei Spiele um 22 Uhr. Auch die Termine für die wichtigsten Spiele der Weltmeisterschaft stehen bereits fest: Das Finale, das Halbfinale und das Spiel um Platz 3 beginnen um 21 und 23 Uhr. Mit einer Nachtruhe um 22 Uhr wäre es nicht möglich, bei den Partien auch ausgelassen zu feiern.
Die Verantwortung liegt am Ende aber bei den Städten und Gemeinden. Die Regelung soll ihnen mehr Möglichkeiten geben, zur Fußball-WM 2026 flexibel zu entscheiden, ob entsprechende Veranstaltungen stattfinden können. Sie müssen trotzdem „im Einzelfall abwägen zwischen dem herausragenden öffentlichen Interesse an den Fußballspielen und dem Schutz der Nachtruhe“, heißt es aus dem Ministerium. Die Bundesländer müssen der Verordnung im Bundesrat jetzt allerdings noch zustimmen.


