Wind und Starkregen auf der Domplatte in Köln. imago/NurPhoto

„Zeynep“ wütete über Europa. Gleich mehrere Länder melden Todesopfer. Auch in Deutschland sterben vier Menschen. Und die Bedrohung ist nicht zu Ende. Für Sonntag und Montag sind neue Stürme angekündigt. Wie heftig sie werden, können Meteorologen noch nicht sagen.

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Mindestens 65 Menschen sind am Freitag in Deutschland und anderen Ländern durch das Orkantief „Zeynep“ ums Leben gekommen. In der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste ist ein Mann während des Sturms von einem Dach gestürzt und gestorben. Der 68-Jährige habe in der Nacht auf Samstag versucht, das beschädigte Dach eines Stalls zu reparieren, teilte die Polizei mit. Dabei sei er durch das Dach gebrochen und rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

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Von einer Orkan-Böe erfasst: Dieser 40-Tonnen-Lkw kippte auf der Fehmarnsundbrücke um. Imago/DENNIS ANGENEND

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Mehrere Autofahrer sterben beim Unfällen

Ein Autofahrer starb nach Angaben der Polizei am Freitagabend bei Altenberge in Nordrhein-Westfalen, als er mit dem Auto gegen einen quer auf der Fahrbahn liegenden Baum prallte. Der eingeklemmte 56-Jährige sei noch am Unfallort gestorben. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.

Ein weiteres Sturmopfer sei ein 17 Jahre alter Beifahrer, der mit zwei Gleichaltrigen in Hopsten im Kreis Steinfurt unterwegs gewesen war. Der Fahrer war möglicherweise einem Ast ausgewichen und dadurch von der Fahrbahn abgekommen.

Etwa zur selben Zeit war ein Mann mit seinem Wagen im nahen Saerbeck unterwegs, als sich das Fahrzeug nach Polizeiangaben überschlug. Der 33-Jährige starb demnach ebenfalls noch am Unfallort. Das Auto sei vermutlich von einer Windböe erfasst worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der Mann ist das elfte Opfer des Orkans.

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Gefährlich: Schaulustige beobachten Wellen, die in Bremerhaven über die Kaimauer schlagen. dpa/Michael Bahlo

Tote durch umstürzende Bäume

In dem vorherigen Orkantief „Ylenia“ waren mindestens drei Autofahrer in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bei wetterbedingten Unfällen gestorben: Zwei wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen, ein dritter starb, als sein Anhänger im Sturm auf die Gegenfahrbahn geriet und es dabei zu einem Unfall kam.

In den Niederlanden kamen vier Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben, darunter war auch ein Radfahrer. Großbritannien meldete drei Todesopfer. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Aus Polen und Belgien werden jeweils zwei Sturm-Tote gemeldet. In Irland starb ein Mann infolge des Orkantiefs. In Frankreich wurden mindestens elf Menschen verletzt. Im Norden des Landes waren am Abend rund 130.000 Haushalte ohne Strom.

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Feuerwehrleute retten in der Hamburger Speicherstadt einen Mann aus seinem Auto, der zuvor versehentlich in das Wasser gefahren war. dpa/Daniel Bockwoldt

Neue Unwetter-Warnung für Sonntag und Montag

Mindestens bis Montag soll es stürmisch bleiben, wie es vom DWD heißt. „Es kehrt einfach keine Ruhe ein“, sagte ein Meteorologe. Schwerpunkt der aktuellen Unwetterlage sollte den Experten zufolge die Nordhälfte Deutschlands sein. Der DWD hatte aber auch für südlichere Regionen - Teile von Rheinland-Pfalz, Hessen und für nördliche Regionen Bayerns - Unwetterwarnungen vor orkanartigen Böen herausgegeben.

Schon am Sonntag kommt Orkan Antonia in Europa an. Mit ein bisschen Glück könnte Deutschland aber diesmal glimpflicher davonkommen. Laut Experten könnte der Sturm an Irland und Großbritannien zerschellen und abflauen, ehe er uns erreicht. Trotzdem sind Sonntag und Montag Windspitzen von 100 km/h möglich.

Dazu kommt eine weitere Gefahr. Im Norden und Westen zieht Dauerregen auf - und der kann sich zu einem Unwetter auswachsen.

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Das Dach der O2 Arena im Südosten Londons wurde durch den Sturm zerstört. PA Wire/Stefan Rousseau