Spenden-Aufruf

Killer von Stade erschoss ihre Mutter: Zwei kleine Kinder sind nun Vollwaisen

Unter den Todesopfern des Blutbads von Stade ist eine 32-jährige Jugendamtsmitarbeiterin. Mutter von zwei Kindern – die gerade erst ihren Papa verloren haben.

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Auf der Plattform Gofundme wurde dieses Foto der 32-Jährigen, die bei dem Blutbad in Stade ums Leben kam, und ihrer zwei kleinen Kinder veröffentlicht.
Auf der Plattform Gofundme wurde dieses Foto der 32-Jährigen, die bei dem Blutbad in Stade ums Leben kam, und ihrer zwei kleinen Kinder veröffentlicht.Screenshot / GoFundMe / Jana Sabo

Sechs Menschen tötete Fatih Khan G. bei dem Blutbad in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Unter ihnen eine junge Frau (32), Mutter von zwei kleinen Kindern und Mitarbeiterin des Jugendamtes. Wie die anderen Opfer wollte sie in dem Streit um das Baby des 45-Jährigen helfen. Nun sind ihre eigenen Kinder Vollwaisen. Denn erst vor wenigen Wochen haben sie auch ihren Vater verloren. In einem Spendenaufruf wird um Unterstützung für die Kleinen gebeten.

Stade-Killer nahm zwei kleinen Kindern die Mutter

„Es gibt Schicksale, für die es keine Worte gibt“, heißt es in dem Spendenaufruf auf Gofundme.  Und weiter: „Zwei kleine Kinder – gerade einmal 3 und 4 Jahre alt – mussten innerhalb kürzester Zeit das Unvorstellbare erleben. Innerhalb weniger Wochen verloren sie erst ihren geliebten Papa und dann ihre Mama.“

Wie es in dem Schreiben auf Gofundme heißt, nahm die Familie am 9. Juni Abschied vom Vater der Kinder. „Nur 20 Tage später wurde auch ihre Mama viel zu früh aus dem Leben gerissen.“

Sie kämpfte für die eigenen Kinder und half anderen

Über die 32-Jährige wird erzählt, wie sie sich mit großem Engagement um andere Menschen kümmerte. „Sie war eine außergewöhnliche Frau. Eine liebevolle Mutter, eine starke Persönlichkeit und ein Mensch mit einem unglaublich großen Herzen. Sie war selbstlos, warmherzig und immer für andere da. Sie hat geholfen, unterstützt und sich mit voller Hingabe für Menschen eingesetzt, die Hilfe brauchten“, heißt es.

Auch beruflich habe sie sich dem Schutz von Kindern und Familien verschrieben. So steht in dem Spenden-Aufruf: „Auch in ihrer Arbeit als Mitarbeiterin des Jugendamtes stand das Wohl von Kindern und Familien für sie an erster Stelle. Sie setzte sich täglich dafür ein, anderen Kindern Sicherheit und Schutz zu geben.“

Ihre eigenen Kinder seien „ihr größter Schatz gewesen“. Selbst nach dem Tod ihres Mannes sei sie stark geblieben und habe „jeden Tag für ihre beiden Kinder“ gekämpft.

Anteilnahme für die Kinder des Stade-Opfers ist groß

Die zwei kleinen Geschwister müssen nun ohne ihre Mama und ihren Papa aufwachsen.  Wie ihr weiterer Lebensweg aussehen wird, ist noch offen. Die Spenden sollen für „ihre Versorgung, Betreuung, Bildung, mögliche therapeutische Unterstützung sowie für anfallende Kosten rund um die Beerdigung und die Folgen dieses schweren Verlustes“ eingesetzt werden.

Die Anteilnahme am Schicksal der nun zu Vollwaisen gewordenen Kinder ist groß. Tausende Menschen haben bereits gespendet, um den Kindern zumindest finanziell etwas Sicherheit für die Zukunft zu geben. Bis Freitagmittag kamen bereits mehr als 600.000 Euro zusammen

Fatih Khan G.: Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes

Blumen und Kerzen liegen und stehen vor dem Gebäude der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Vier Frauen und zwei Männer wurden hier erschossen.
Blumen und Kerzen liegen und stehen vor dem Gebäude der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Vier Frauen und zwei Männer wurden hier erschossen.Jörn Hüneke/Jörn Hünecke/dpa

Die 32-jährige Mutter wurde am 30. Juni bei der Gewalttat in der Einrichtung in Stade getötet. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll der 45-jährige Fatih Khan G. während eines Hilfeplangesprächs das Feuer eröffnet haben. Hintergrund war ein Streit um das Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter.

Vier Frauen und zwei Männer wurden erschossen. Unter den Opfern waren sowohl Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung als auch Beschäftigte des Jugendamtes der Region Hannover, die zu dem Termin mit Fatih Khan G. nach Stade gekommen waren. Der 45-Jährige ist in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen, insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord.