Pfusch am Denkmal

Ups! Diese Heiligen-Restaurierung ging ja wohl gründlich schief

Jesus, Maria und weitere Figuren eines Heiligen-Denkmals in der brasilianischen Stadt Carmo do Cajuru hatten plötzlich knallrote Lippen, buschige Augenbrauen und Glotzaugen.

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Als hätten kleine Kinder drauf rumgemalt: Zwei der „restaurierten“ Heiligenfiguren von Carmo do Cajuru in Brasilien.
Als hätten kleine Kinder drauf rumgemalt: Zwei der „restaurierten“ Heiligenfiguren von Carmo do Cajuru in Brasilien.Screenshot / Social Media

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. In einer brasilianischen Gemeinde sorgt eine missglückte Restaurierung religiöser Skulpturen für Spott, Empörung und eine Debatte über den Umgang mit Kulturerbe.

Als seien Jesus und Maria von Kindern geschminkt

Bei dieser kuriosen Geschichte aus Brasilien geht um die Figuren des Kalvarienberg-Denkmals in in der Stadt Carmo do Cajuru. Die ursprünglich weiß gehaltenen Skulpturen waren aufgrund von Witterungsschäden überarbeitet worden. Doch dann trauten die Anwohner kaum ihren Augen. Die Heiligenfiguren sahen aus, als seien sie von Kindern geschminkt worden.

Fotos der „verschönerten“ Skulpturen verbreiteten sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken. Dort schwankten die Reaktionen zwischen Entsetzen und Galgenhumor. Einige Nutzer bezeichneten die Arbeiten als „Verunstaltung“ oder als Beschädigung kulturellen Erbes. Andere überlegen spöttisch, ob hier ein Restaurator oder ein Visagist am Werk gewesen sei. Einer fragt: „Mein lieber Herrgott ... Wer um alles in der Welt hat das gemacht?“

Restaurierungs-Flop macht die Runde im Internet

Aus einer trauernden Maria mit Schleier wurde geradezu ein Schreckgespenst.
Aus einer trauernden Maria mit Schleier wurde geradezu ein Schreckgespenst.Screenshot /Soziale Medien
Der Figur der Maria Magdalena wurde ziemlich viel Tragik ins Gesicht gemalt.
Der Figur der Maria Magdalena wurde ziemlich viel Tragik ins Gesicht gemalt.Screenshot / Soziale Medien
Jesus kam noch glimpflich davon – seinen Gesichtsausdruck könnte man fast als expressionistisch bezeichnen.
Jesus kam noch glimpflich davon – seinen Gesichtsausdruck könnte man fast als expressionistisch bezeichnen.Screenshot / Soziale Medien

Die Stadtverwaltung sah sich angesichts der Aufregung zu einer öffentlichen Erklärung gezwungen. Darin stellte das Rathaus klar, dass die Arbeiten weder von der Kommune beauftragt noch genehmigt worden seien. Die Verantwortung liege nicht bei der Stadt.

Tatsächlich war der Auftrag vom Pfarrgemeinderat vergeben worden. Doch selbst dort zeigte man sich mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden. Gegenüber brasilianischen Medien erklärten die Verantwortlichen, man habe die Skulpturen zwar wegen altersbedingter Schäden instand setzen wollen, sei vom Resultat jedoch enttäuscht.

Die Reaktion erfolgte ungewöhnlich schnell: Noch am Tag der öffentlichen Kritik wurden die auffälligen Farbakzente wieder entfernt. Die Gesichter der Figuren erhielten erneut ihr ursprüngliches weißes Erscheinungsbild. Nun soll ein spezialisierter Restaurator beauftragt werden, um die Arbeiten fachgerecht fortzuführen. Auch die Kirche Nossa Senhora do Carmo räumte ein, die umstrittene Bemalung sei „auf fehlerhafte Weise“ ausgeführt worden.

Peinliche Restaurierung schnell wieder entfernt

Die Reaktion erfolgte ungewöhnlich schnell: Noch am Tag der öffentlichen Kritik wurden die auffälligen Farbakzente wieder entfernt. Die Gesichter der Figuren erhielten erneut ihr ursprüngliches weißes Erscheinungsbild. Nun soll ein spezialisierter Restaurator beauftragt werden, um die Arbeiten fachgerecht fortzuführen. Auch die Kirche Nossa Senhora do Carmo räumte ein, die umstrittene Bemalung sei „auf fehlerhafte Weise“ ausgeführt worden.