Ein fast schon unglaublicher Fall sorgt in Brasilien für Aufsehen: Eine 37‑jährige Frau hat sich über mehr als ein Jahr hinweg erfolgreich als Mädchen ausgegeben und lebte in dieser Zeit bei einer Pflegefamilie. Diese war kurz davor die vermeintlich Zwölfjährige zu adoptieren, als der Schwindel jetzt aufflog. Die Hochstaplerin wurde festgenommen.
Pflegeeltern glaubten, ein bedürftiges Kind zu retten
Gabriele nannte sich das falsche Kind. In Wahrheit heißt sie Amanda Maria Sousa Oliveira. Sie suchte zunächst Hilfe bei einer Kirchengemeinde in Joinville im Bundesstaat Santa Catarina. Dort erzählte sie, sie sei vor einem gewalttätigen Vater geflohen. Die Gemeinde vermittelte die Schutzsuchende an ein Paar, das sie schließlich bei sich aufnahm. Die Familie kümmerte sich über Monate hinweg um Gabriele – überzeugt davon, ein traumatisiertes Mädchen zu betreuen.
Sie nuckelte an Babyflasche um kindlich zu wirken
Um über ihr wahres Alter hinwegzutäuschen, soll Gabriele ein besonders kindliches Verhalten an den Tag gelegt haben. Wie Medien berichten, trank sie aus Babyflaschen, nuckelte an einem Schnuller, schlief mit Schmusedecke und sprach mit hoher Stimme. Auch soll sie Ängste vorgetäuscht haben, um schutzbedürftiger zu wirken.
Ihr doch ziemlich erwachsenes Aussehen erklärte sie damit, dass sie angeblich Autismus habe und von ihren Eltern gezwungen worden sei, Hormone einzunehmen. Die Pflegeeltern akzeptierten diese Erklärungen und planten schließlich sogar, das vermeintliche Mädchen zu adoptieren.
Erst als ein Verwandter der Pflegefamilie Zweifel äußerte und die Polizei einschaltete, kam die wahre Identität der Frau ans Licht. Ermittler stellten fest, dass sie in Wahrheit 37 Jahre alt ist. Anfang Juni wurde Amanda Maria Sousa Oliveira alias Gabriele festgenommen.

Warum bemerkte die Pflegefamilie den Schwindel nicht?
Für die Pflegefamilie ist es ein Schock, sie soll laut Medienberichten tief getroffen sein. Die Pflegeeltern hatten geglaubt, einem gefährdeten Kind zu helfen, hatten dem vermeintlichen Mädchen ein wohlbehütetes Zuhause gegeben – und wurden schamlos betrogen.
Die Behörden ermitteln nun wegen Identitätsbetrugs und prüfen, ob weitere Straftatbestände vorliegen. Amanda Maria Sousa Oliveira soll mehrere Jahre in Obdachlosenheimen gelebt haben und sie soll in mehreren Städten des Landes aktenkundig sein.


