In Virginia

Ausgerutscht auf Kartoffelpüree – jetzt will Frau 1,5 Millionen Dollar

Ein Klecks Kartoffelpüree in einem Steakhouse soll eine Amerkanerin zu Fall gebracht haben. Jetzt kommt es zum millionenschweren Rechtsstreit

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Ein Klecks Kartoffelpüree am Boden brachte eine Frau in einem US-Steakhouse zu Fall.  Beim Sturz verletzte sie sich.
Ein Klecks Kartoffelpüree am Boden brachte eine Frau in einem US-Steakhouse zu Fall. Beim Sturz verletzte sie sich.Olga Lepeshkina / Zoonar / Imago

Kurioser Rechtsfall in Amerika: Eine Frau fordert 1,5 Millionen Dollar Schadenersatz von einer Restaurantkette. Weil sie in einem von deren Lokalen auf verkleckertem Kartoffelpüree ausgerutscht ist und dadurch schwer stürzte. Die Beklagten allerdings sagen, die Filiale, in der das geschehen sein soll, gebe es gar nicht.

Ein Klecks Kartoffelpüree als Stolperfalle

Was genau war laut der Klägerin, ihr Name ist Tracy J. Renshaw, passiert? Wie sie angibt, war sie im Mai 2023 in einem Outback Steakhouse in dem Ort Sterling im Bundesstaat Virginia auf dem Weg zur Toilette, als sie auf einer Portion Kartoffelpüree ausrutschte und „mit dem Gesicht voran“ zu Boden fiel. Sie spricht von „schweren und dauerhaften Verletzungen“. In der Klage gegen das Restaurant wird diesem vorgeworfen, den Boden nicht rechtzeitig gereinigt und keine Warnhinweise aufgestellt zu haben.

Tracey Renshaw war an dem Abend mit ihrer Familie essen. Laut Klage sei der Boden im Bereich der Toiletten „unzureichend gereinigt“ gewesen, und das klebrige Kartoffelpüree habe eine „gefährliche Situation“ geschaffen. Wie lange das Püree dort lag, ist unklar – aber laut der Klägerin offenbar lange genug, dass Angestellte es hätten sehen und wegwischen können.

Millionenklage wegen Sturz durch Püree

Die Amerikanerin verlangt in ihrer Klage, die erst im März 2025 eingereicht wurde, 1,5 Millionen Dollar – für medizinische Behandlungskosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeld. Laut ihrer Anwälte haben die Verletzungen durch den Kartoffelpüree-Sturz ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Was genau sie hatte, wurde nicht öffentlich, doch die Klage spricht von erheblichen Schmerzen und langfristigen Folgen.

Eine Filiale der US-Restaurant-Kette Outback Steakhouse in Florida.
Eine Filiale der US-Restaurant-Kette Outback Steakhouse in Florida.Jakub Porzycki /Imago

Restaurantkette bestreitet Existenz der Filiale

Die Restaurantkette weist die Vorwürfe weitgehend zurück. In ihrer Antwort auf die Klage bestreitet Outback Steakhouse nicht nur die Schwere der Verletzungen – sondern behauptet auch, man habe keine Pflicht gehabt, vor einer Gefahr zu warnen, die „offensichtlich“ gewesen wäre. Heißt: Wenn da wirklich Kartoffelpüree gelegen hätte, hätte Tracey Renshaw es sehen müssen.

Outback erklärt zudem, man könne nicht bestätigen, dass es die betreffende Filiale in Sterling überhaupt gegeben habe. Tatsächlich wurde der Standort laut mehreren Berichten im August 2023 geschlossen, also wenige Monate nach dem angeblichen Unfall. Online finden sich jedoch Bewertungen und Fotos des Restaurants – es hat also sehr wohl existiert. Die Formulierung der Kette dürfte ein juristischer Schachzug sein, um sich nicht auf Details festlegen zu müssen.

Schlechte Chancen, die 1,5 Millionen zu bekommen

Tracey Renshaw reichte die Klage 2025 zunächst vor einem lokalen Gericht ein. Die Restaurantkette Outback beantragte jedoch, das Verfahren an ein Bundesgericht zu verlegen. Jetzt im Mai 2026 wurde der Fall schließlich an das US District Court in Alexandria übergeben.

An die 1,5 Millionen Dollar Schadenersatz zu kommen, könnte für Klägerin Renshaw schwer werden. Virginia ist ein sogenannter „contributory negligence“-Staat, es gilt ein strenges Mitverschuldensprinzip. Heißt: Wenn die Geschädigte auch nur minimal selbst schuld ist – also wenn Tracey Renshaw das verkleckerte Kartoffelpürre am Boden hätte sehen können –, bekommt sie gar nichts.