Kampf um Schnäppchen

Irre Szenen bei Lidl: Kunden prügeln sich um dieses Produkt!

Eine Lidl-Aktion endet mit Gedränge, Prügeleien und Polizei-Einsätzen. Verkäufe müssen gestoppt werden.

Author - Stefan Doerr
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Bei Lidl geriet eine Verkaufsaktion völlig aus dem Ruder.
Bei Lidl geriet eine Verkaufsaktion völlig aus dem Ruder.mix1/Imago

Während Deutschland nach den Rekord-Hitzetagen erst einmal durchatmen kann, steckt Frankreich weiter mitten im Glut-Sommer. Und die Lage dürfte sich verschärfen: Für das Wochenende wird bereits die nächste große Hitzewelle erwartet. Die Angst vor neuen Rekordtemperaturen brachte nun Tausende Menschen in die Filialen von Lidl, mit teils chaotischen Folgen.

Lidl füllte die Regale mit Klimageräten auf

Der Discounter hatte angekündigt, landesweit 200.000 Ventilatoren und Klimageräte zu Sonderpreisen zu verkaufen. Angesichts der seit Tagen leer gefegten Regale und steigender Temperaturen war das für viele Franzosen die letzte Chance auf etwas Abkühlung.

Schon Stunden vor Ladenöffnung bildeten sich vor zahlreichen Filialen lange Schlangen. Das Interesse war riesig: Ein kleiner Tischventilator kostete nur 13,49 Euro, ein Standventilator war von 89 Euro auf 69 Euro herabgesetzt. Dazu bot Lidl eine mobile Klimaanlage für 179 Euro an.

Frankreich kämpft seit Mitte Juni mit extremer Hitze. In einigen Regionen wurden Temperaturen von bis zu 46 Grad gemessen. Entsprechend groß war der Andrang auf die begehrten Geräte.

Schnäppchenverkauf wird zum Albtraum

Doch aus dem Schnäppchenverkauf wurde vielerorts ein Albtraum. Dramatische Szenen spielten sich in Filialen ab, wie zum Beispiel in Rennes. Dort drängelten sich Kunden an den Regalen, um einen Ventilator zu ergattern. In Videos auf TikTok sind Menschenmassen zu sehen, die sich vor den Auslagen zusammendrängen und wegschubsen.

Schreie, Beleidigungen und sogar Schläge: Die Situation geriet schnell außer Kontrolle. Bereits gegen 8.30 Uhr sah sich die Filialleitung gezwungen, die Verkaufsaktion abzubrechen. „Die Geschäftsleitung musste sogar den Rollladen des Lagers herunterlassen, um Einbrüche zu verhindern“, berichtete ein Verkäufer.

Schließlich rückte die Polizei an, um die Lage zu beruhigen. Rund 100 Menschen harrten noch hinter dem geschlossenen Lagerbereich aus und hofften auf eine Fortsetzung des Verkaufs. Am Ende wurden sie aufgefordert, das Geschäft friedlich zu verlassen.

Die Vorfälle blieben kein Einzelfall. Ähnliche Szenen wurden auch in mehreren anderen der rund 1600 Lidl-Filialen in Frankreich beobachtet. Die enorme Nachfrage traf auf ein knappes Angebot, eine explosive Mischung.

Zusätzlichen Ärger löste aus, dass die begehrten Klimaanlagen kurz darauf auf Online-Plattformen wieder auftauchten – teilweise zum Dreifachen des ursprünglichen Verkaufspreises.

Ein Kunde vor der Filiale in Rennes war darüber außer sich vor Wut: „Die Klimaanlage wird auf Internet-Portalen bereits zum Dreifachen des Preises weiterverkauft! Manche Leute nutzen die Situation aus, das ist unehrlich.“ Um weitere Zwischenfälle zu verhindern, will Lidl seine Sicherheitsmaßnahmen verstärken.

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