Einfach gruselig

Horror im Garten: Zombie-Eichhörnchen breiten sich aus! Sind die gefährlich?

In den USA tauchen immer mehr kranke Eichhörnchen auf. Die Tiere wirken wie „Zombies“ – doch dahinter steckt eine Virus-Erkrankung.

Author - Florian Thalmann
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In immer mehr Vorgärten in den USA tauchen Eichhörnchen auf, die an der Eichhörnchen-Fibromatose leiden. Die Krankheit bildet nässende Geschwüre aus.
In immer mehr Vorgärten in den USA tauchen Eichhörnchen auf, die an der Eichhörnchen-Fibromatose leiden. Die Krankheit bildet nässende Geschwüre aus.Evelyns Wildlife Refuge, Illustration: Berliner KURIER

Eichhörnchen sind süße Geschöpfe, die jeder gern sieht – ob beim Spaziergang im Wald oder im Garten. Doch die Eichhörnchen, die in den USA gerade gesichtet wurden, sind alles andere als niedlich: Immer häufiger tauchen Zombie-Eichhörnchen in den Gärten der Menschen auf – am ganzen Körper übersät mit Geschwüren. Was hat die possierlichen Tierchen so übel zugerichtet? Und: Sind die Tiere, die eher an kleine Monster erinnern, gefährlich?

Zombie-Eichhörnchen breiten sich in Gärten aus

Aktuell wird wieder über das Phänomen berichtet. So heißt es in einem Artikel der britischen Zeitung The Sun, dass die Eichhörnchen verstärkt in den Vorgärten von Menschen in den USA aufgetaucht seien – und von Wildtierexperten als „Zombie-Eichhörnchen“ bezeichnet wurden. Die Tiere leiden demnach an einer durch Viren ausgelösten Hautkrankheit, der Eichhörnchen-Fibromatose.

Die Erkrankung verbreitet sich ähnlich wie das Herpes-Virus beim Menschen – wenn gesunde und erkrankte Eichhörnchen Kontakt haben oder es zu Berührungen der Geschwüre oder Übertragung von Speichel kommt, kann sich auch das Virus übertragen. Das sogenannte Leporipoxvirus verursacht die Geschwüre, die an große Warzen erinnern und auch nässen.

Eichhörnchen sind eigentlich possierliche Tierchen. Doch in den USA erkranken immer mehr der Tiere an einer Seuche, die nässende Geschwüre verursacht.
Eichhörnchen sind eigentlich possierliche Tierchen. Doch in den USA erkranken immer mehr der Tiere an einer Seuche, die nässende Geschwüre verursacht.Huseyin Demirci/imago

In vielen Fällen heilt die Erkrankung mit der Zeit von selbst ab, aber in besonders schweren Fällen kann die Erkrankung sich auch auf die inneren Organe ausbreiten und zum Tod der Tiere führen. Die Ausbreitung lässt sich leider nur schwer stoppen. „Es ist wie bei einer großen Menschenansammlung“, sagte Shevenell Webb vom Ministerium für Binnenfischerei und Wildtiere im US-Bundesstaat Maine. „Wenn jemand krank ist und es sich um eine leicht übertragbare Krankheit handelt, stecken sich andere an.“

Krankheit kann über Vogelfutter übertragen werden

Ein möglicher Übertragungsweg laut Experten: Das Virus könnte sich über Vogelfutterstellen ausbreiten, die auch von Eichhörnchen genutzt werden. Bleiben Speichel oder andere Körperflüssigkeiten der erkrankten Tiere zurück, können diese durch liegen gebliebene Samen auf gesunde Eichhörnchen übertragen werden. Glück im Unglück: Für Menschen sind die Zombie-Eichhörnchen nicht gefährlich.

Ein Eichhörnchen klettert an einem Baum nach oben. Die Eichhörnchen-Fibromatose ist vor allem in den USA verbreitet.
Ein Eichhörnchen klettert an einem Baum nach oben. Die Eichhörnchen-Fibromatose ist vor allem in den USA verbreitet.HMB Media/imago

Die Zeitung The Sun zitiert auch Menschen, die die erkrankten Eichhörnchen beobachten konnten. „Was ist in letzter Zeit nur mit den Eichhörnchen los?! Das ist schon das dritte, das ich in diesem Zustand sehe, und ehrlich gesagt, macht mir das ziemliche Angst“, sagte etwa ein Nutzer. Ein anderer: „Ich habe dieses arme Eichhörnchen in meinem Garten gefunden; es hat mir einen Riesenschreck eingejagt, weil ich sofort sah, dass es missgebildet war.“

Gegen die Eichhörnchen-Seuche kann man nichts tun

Etwas gegen die Seuche tun kann man nicht. „Es ist keine Behandlung bekannt“, heißt es auf der Website des US-Bundesstaats Michigan. „Vermutlich ließe sich ein Impfstoff entwickeln. Die Behandlung frei lebender Wildtiere wäre jedoch weder logistisch noch wirtschaftlich praktikabel. In Fällen, in denen die Krankheit nicht schwer verläuft, bilden sich die Läsionen wahrscheinlich zurück und das Tier erholt sich vollständig.“ In der Natur infiziert das Virus nur Eichhörnchen – nur im Labor habe man es auch auf Waldmurmeltiere und Kaninchen übertragen können.

Haben Sie schon einmal ein Eichhörnchen gesehen, das an der Erkrankung litt? Schicken Sie uns eine Nachricht per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!