In Gießen trifft sich am Wochenende der Nachwuchs der AfD, um eine neue Jugendorganisation zu gründen – doch Tausende Menschen wollen dagegen auf die Barrikaden gehen. Die Polizei sichert deshalb die Stadt ab, rund 6000 Einsatzkräfte verwandeln Gießen in eine Festung. Schon am frühen Morgen kam es nun laut Berichten zu ersten Blockaden und Ausschreitungen.
AfD-Gegner blockieren Landes- und Bundesstraßen bei Gießen
Es gebe Personengruppen, die laut einem Sprecher der Polizei massiv umliegende Bundes- und Landesstraßen blockiert hätten – um Besuchern den Zugang zum Gründungstag der AfD-Jugendorganisation zu erschweren. In der Stadt habe ein Bus einen Kreisverkehr blockiert. Die Polizei sprach in dem Zusammenhang von einer „aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen“ in der ganzen Stadt.
Laut einem Bericht von BILD spitzte sich die Lage in Gießen schon kurz vor 9 Uhr am Morgen zu. Demonstranten riefen „Alle zusammen gegen den Faschismus“ und „Stoppt die Brandstifter“. Außerdem hätten sie versucht, Absperrungen zu durchbrechen. Die Polizei Mittelhessen schrieb bereits am Morgen beim Kurznachrichtendienst X: „Aus den Reihen der Versammlung auf der Konrad-Adenauer-Brücke in Gießen kommt es zu Flaschenwürfen auf unsere Einsatzkräfte.“ Man werde alle Störungen und Straftaten konsequent dokumentieren. „Es gilt: Protest ja, Gewalt nein!“

In einem Beitrag, der gegen 9 Uhr bei X erschien, hieß es, auch am Berliner Platz in Gießen finde eine große Demo statt. Mehrere hundert Personen hätten sich hier versammelt. „Im gesamten Stadtgebiet von Gießen nehmen Personen im unteren fünfstelligen Bereich an Gegenversammlungen teil und verhalten sich ebenfalls größtenteils friedlich“, schreibt die Polizei. „Die Versammlungen werden auch durch unser Kommunikationsteam begleitet.“
Aus den Reihen der Versammlung auf der Konrad-Adenauer-Brücke in #Gießen kommt es zu Flaschenwürfen auf unsere Einsatzkräfte.
— Polizei Mittelhessen (@Polizei_MH) November 29, 2025
Sämtliche Störungen und Straftaten werden von uns konsequent dokumentiert.
Es gilt: Protest ja, Gewalt nein!#2911GI
Auf der Bundesstraße B49 musste die Polizei eine Blockade mit rund 2000 Personen räumen, „nachdem die Gruppe auf die mündliche Aufforderung, die Straße frei zu machen, nicht reagiert hat“, teilt die Behörde mit. Auch Wasserwerfer kommen demnach im Einsatz. Heftiges Vorgehen der Demonstranten auch in Lahnau-Atzbach: Hier halten die Protestierenden offenbar Fahrzeuge an und beschädigen sie. Die Polizei dazu: „Unsere Einsatzkräfte sind auf dem Weg dorthin. Bitte umfahrt den Bereich weiträumig.“ Kurze Zeit später hieß es, man habe Wasserwerfer und Pfefferspray bei diversen Blockaden einsetzen müssen.




