Begleitet von massiven Protesten hat die AfD ihre neue Jugendorganisation „Generation Deutschland“ gegründet. Zum Vorsitzenden wurde bei der Gründungsversammlung am Samstag in Gießen mit Jean-Pascal Hohm ein Rechtsaußen-Vertreter der Partei gewählt. Der 28-Jährige gehört dem als gesichert rechtsextremistischen brandenburgischen Landesverband an.
Hohm bekam bei der Abstimmung 90,4 Prozent der Stimmen – und großen Applaus nach der Wahl. Gegenkandidaten gab es nicht. Der 28-Jährige aus Cottbus sagte, er werde in der Partei „mit allen Flügeln zusammenarbeiten“ und sich „nicht in Machtkämpfen instrumentalisieren lassen“. Er wolle dabei „entschlossen gegen alle Spaltungstendenzen“ vorgehen - „egal ob von innen oder außen“. Mit seiner politischen Arbeit wolle er dafür sorgen, „dass unser Volk trotz aller berechtigten Sorge nicht verloren“ ist.
Generation Deutschland tritt die Nachfolge der Jungen Alternative an
Mit Hohm wählte die neue Nachwuchsorganisation einen Mann von ganz rechts an ihre Spitze: Im Einstufungsvermerk des brandenburgischen Verfassungsschutzes über den dortigen Landesverband taucht Hohm namentlich dutzendfach auf. Er wird in dem Papier mit migrationsfeindlichen und völkischen Thesen zitiert. „Wir werden entschlossen streiten für eine echte Migrationswende, die dafür sorgt, dass Deutschland die Heimat der Deutschen bleibt“, sagte er beim Gründungstreffen der Generation Deutschland.
Die Generation Deutschland tritt die Nachfolge der früheren AfD-Jugendorganisation Junge Alternative an. Diese war vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden und firmierte weitgehend eigenständig als eingetragener Verein. Somit hätte sie vom Bundesinnenministerium verboten werden können.
Die Partei trennte sich im Frühjahr von ihr, die Junge Alternative löste sich auf. Die Generation Deutschland ist nun als offizielle Jugendabteilung enger an die AfD angegliedert, was ein Verbot rechtlich schwieriger macht.
AfD-Veranstaltung begann verspätet
Wegen der Protestaktionen in Gießen hatte die Veranstaltung in den Messehallen der Stadt am Mittag mit gut zweistündiger Verspätung begonnen. Laut Polizei beteiligten sich rund 25.000 Menschen an diversen Protesten.
Einige Demonstranten versuchten am Nachmittag zu der auf dem Westufer der Lahn in Gießen liegenden Messehalle vorzudringen. Die Polizei drängte sie mithilfe eines Wasserwerfers zurück.

