Erschreckende Zahlen vom ADAC

Eine Milliarde Verstöße pro Jahr: Haben Sie diese Verkehrssünde schon mal begangen?

WhatsApp, TikTok, Nachrichten: Laut ADAC kommt es in Deutschland jedes Jahr zu rund einer Milliarde Handyverstößen am Steuer.

Author - Mariella Mandurino
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Die Handynutzung am Steuer wird immer größer.
Die Handynutzung am Steuer wird immer größer.Peter Rau/Imago

Eine kurze WhatsApp-Nachricht. Ein schneller Blick auf TikTok. Oder nur mal eben prüfen, wer gerade geschrieben hat. Was für viele Autofahrer nach einer Kleinigkeit klingt, passiert auf Deutschlands Straßen offenbar in einem erschreckenden Ausmaß. Neue Zahlen des ADAC zeigen jetzt: Hochgerechnet kommt es jedes Jahr zu rund einer Milliarde Handyverstößen am Steuer.

ADAC veröffentlicht Verkehrszahlen zur Handynutzung am Steuer

Eine Zahl, die kaum vorstellbar ist. Und sie zeigt vor allem eines: Das Handy ist für viele Autofahrer längst zum ständigen Begleiter geworden – auch dann, wenn sie eigentlich beide Hände am Lenkrad haben sollten.

Der ADAC hat neue Zahlen zur Handynutzung im Straßenverkehr veröffentlicht.
Der ADAC hat neue Zahlen zur Handynutzung im Straßenverkehr veröffentlicht.Imago

Dabei sind die Konsequenzen bekannt. Wer mit dem Smartphone am Steuer erwischt wird, zahlt mindestens 100 Euro Bußgeld und kassiert einen Punkt in Flensburg. Trotzdem greifen unzählige Menschen während der Fahrt zum Smartphone. Die Polizei registriert jährlich rund 400.000 Verstöße. Der ADAC geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl um ein Vielfaches höher liegt.

Für die Untersuchung beobachtete der Automobilclub den Verkehr in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt. Insgesamt wurden fast 10.000 Kraftfahrzeuge kontrolliert. Das Ergebnis: 2,8 Prozent der Autofahrer hatten ihr Telefon während der Fahrt in der Hand. Hochgerechnet auf den gesamten Straßenverkehr ergibt sich daraus die alarmierende Milliardenzahl.

Laut ADAC hat mehr als die Hälfte der Autofahrer bereits das Handy am Steuer benutzt.
Laut ADAC hat mehr als die Hälfte der Autofahrer bereits das Handy am Steuer benutzt.ADAC

Besonders auffällig: Kaum jemand telefoniert heute noch klassisch mit dem Smartphone am Ohr. Stattdessen wird auf Displays geschaut und durch Messenger-Nachrichten gescrollt. Genau diese vermeintlich harmlosen Momente können jedoch brandgefährlich werden.

Mehrheit ist für Handy-Blitzer in Deutschland

Denn wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden auf sein Handy blickt, legt laut Experten fast 30 Meter im Blindflug zurück. 30 Meter ohne echten Blick auf die Straße. 30 Meter, in denen ein Kind zwischen parkenden Autos hervorlaufen, ein Fahrradfahrer auftauchen oder ein Auto plötzlich bremsen kann. Sekunden, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.

Noch erstaunlicher: Vielen Verkehrsteilnehmern ist das Risiko durchaus bewusst. In einer ergänzenden ADAC-Umfrage gab mehr als die Hälfte der Autofahrer an, schon einmal während der Fahrt das Smartphone genutzt zu haben. Einige berichteten sogar von gefährlichen Situationen, die dadurch entstanden seien.

Der Wunsch nach härteren Kontrollen wächst deshalb. 69 Prozent der Befragten befürworten inzwischen sogenannte Handy-Blitzer. Die Kameras erkennen mithilfe künstlicher Intelligenz, ob Fahrer unerlaubt ihr Smartphone benutzen. In Rheinland-Pfalz kommen solche Systeme bereits zum Einsatz, in den Niederlanden werden sie schon länger genutzt.

Die neuen Zahlen zeigen vor allem eines: Handy am Steuer ist längst kein Randproblem mehr. Während viele Autofahrer überzeugt sind, nur „ganz kurz“ aufs Display zu schauen, summieren sich diese Sekunden deutschlandweit zu einer erschreckenden Zahl. Rund eine Milliarde Verstöße pro Jahr und hinter jedem einzelnen steckt die Gefahr, dass aus einem kurzen Blick aufs Telefon ein folgenschwerer Unfall wird.

Würden Sie Handy-Blitzer befürworten? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com