Zuletzt lag der als Timmy berühmt gewordene Buckewal am Strand der dänischen Insel Anholt. Seine Überreste kommen nun nicht ins Meer, sondern in die Fabrikhalle. Sie werden in Dänemark verwertet. Die Firma Daka Dänemark nimmt sich des Kadavers an. Ein Teil von Timmy wird jedoch im Museum archiviert.
Aus Wal Timmy wird Biodiesel
Nachdem der Kadaver des Wals obduziert und in mehrere Teile zerlegt worden war, wurden die Überreste auf das dänische Festland gebracht. In der Fabrik des Unternehmens Daka Dänemark in Randers läuft ein standardisiertes Verfahren ab, das auch bei anderen gestrandeten Meeressäugern angewendet wird.
Zunächst werden die Bestandteile des Wals getrennt: Das im Körper enthaltene Wasser wird gereinigt und anschließend in den Fjord geleitet. Das Fett – darunter die dicke Speckschicht, die Buckelwale normalerweise vor Kälte schützt – wird zu Biodiesel verarbeitet. Alles, was danach übrig bleibt, also Knochenreste, Sehnen und Haut, wird zu einer Art Mehl zermahlen. Dieses Material dient später als Biomasse, die in einer Zementfabrik verbrannt wird.
Einige Knochen des Wals werden nicht verwertet, sondern wissenschaftlich archiviert: Das Naturhistorische Museum in Kopenhagen hat bereits Teile des Skeletts übernommen und in seine Sammlung aufgenommen. Diese Knochen waren schon am Freitag vor dem Abtransport gesichert worden.

Todesursache von Timmy immer noch unklar
Der Buckelwal war vor einigen Wochen tot am Strand von Anholt entdeckt worden. Die Obduktion von Timmy ergab, dass es sich um ein Weibchen handelte. Eine eindeutige Todesursache ließ sich jedoch nicht feststellen. Die Untersuchung des Tiers hatte mehrere Stunden gedauert. Ein Bagger hob die einzelnen Kadaverteile in vorbereitete Container, bevor sie vom Strand entfernt wurden. Am Montag erfolgte schließlich der Abtransport.
Ab Ende März war der geschwächte Buckelwal mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet. Eine private Initiative hatte das Tier Ende April mit einem Lastschiff in Richtung Nordsee gebracht und dort wieder ausgesetzt – in der Hoffnung, es könne sich erholen. An dem Wal war ein Tracker befestigt worden, der später entdeckt wurde.

