Knochen fürs Museum

Buckelwal Timmy landet in Fabrik: So werden seine Überreste verwertet

Die Firma Daka Dänemark wird die Überreste des gestrandeten Buckelwals verwerten. Einige seiner Knochen landen im Museum.

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Der tote Wal wird an Land der dänischen Insel Anholt gezogen.
Der tote Wal wird an Land der dänischen Insel Anholt gezogen.Marcus Golejewski/dpa

Zuletzt lag der als Timmy berühmt gewordene Buckewal am Strand der dänischen Insel Anholt. Seine Überreste kommen nun nicht ins Meer, sondern in die Fabrikhalle. Sie werden in Dänemark verwertet. Die Firma Daka Dänemark nimmt sich des Kadavers an. Ein Teil von Timmy wird jedoch im Museum archiviert.

Aus Wal Timmy wird Biodiesel

Nachdem der Kadaver des Wals obduziert und in mehrere Teile zerlegt worden war, wurden die Überreste auf das dänische Festland gebracht. In der Fabrik des Unternehmens Daka Dänemark in Randers läuft ein standardisiertes Verfahren ab, das auch bei anderen gestrandeten Meeressäugern angewendet wird.

Zunächst werden die Bestandteile des Wals getrennt: Das im Körper enthaltene Wasser wird gereinigt und anschließend in den Fjord geleitet. Das Fett – darunter die dicke Speckschicht, die Buckelwale normalerweise vor Kälte schützt – wird zu Biodiesel verarbeitet. Alles, was danach übrig bleibt, also Knochenreste, Sehnen und Haut, wird zu einer Art Mehl zermahlen. Dieses Material dient später als Biomasse, die in einer Zementfabrik verbrannt wird.

Einige Knochen des Wals werden nicht verwertet, sondern wissenschaftlich archiviert: Das Naturhistorische Museum in Kopenhagen hat bereits Teile des Skeletts übernommen und in seine Sammlung aufgenommen. Diese Knochen waren schon am Freitag vor dem Abtransport gesichert worden.

Eine Person fotografiert den toten Wal, der am Strand der dänischen Insel Anholt liegt, nachdem er aus dem Wasser gezogen wurde.
Eine Person fotografiert den toten Wal, der am Strand der dänischen Insel Anholt liegt, nachdem er aus dem Wasser gezogen wurde.Marcus Golejewski/dpa

Todesursache von Timmy immer noch unklar

Der Buckelwal war vor einigen Wochen tot am Strand von Anholt entdeckt worden. Die Obduktion von Timmy ergab, dass es sich um ein Weibchen handelte. Eine eindeutige Todesursache ließ sich jedoch nicht feststellen. Die Untersuchung des Tiers hatte mehrere Stunden gedauert. Ein Bagger hob die einzelnen Kadaverteile in vorbereitete Container, bevor sie vom Strand entfernt wurden. Am Montag erfolgte schließlich der Abtransport.

Ab Ende März war der geschwächte Buckelwal mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet. Eine private Initiative hatte das Tier Ende April mit einem Lastschiff in Richtung Nordsee gebracht und dort wieder ausgesetzt – in der Hoffnung, es könne sich erholen. An dem Wal war ein Tracker befestigt worden, der später entdeckt wurde.

Tierärztin Anne Herrschaft begutachtet zusammen mit Helfern den toten Wal, der vor der dänischen Insel Anholt liegt.
Tierärztin Anne Herrschaft begutachtet zusammen mit Helfern den toten Wal, der vor der dänischen Insel Anholt liegt.Marcus Golejewski

Die Daten dieses Senders liegen inzwischen vor. Nach Angaben des Umweltministeriums in Mecklenburg‑Vorpommern wurden sie vollständig an die Initiative übermittelt, das Ministerium selbst erhielt Teile davon. Die Auswertung laufe, hieß es. Sobald die Analyse abgeschlossen sei, wolle man die Öffentlichkeit über mögliche Erkenntnisse informieren. Ob die Daten Hinweise auf die letzten Lebensstunden des Tiers geben können, bleibt abzuwarten.