Urlaubszeit

Lust auf mehr als Fast Food? Diese versteckten Imbisse abseits der Autobahn lohnen sich!

Besser essen auf Reisen: Diese Rastplatz-Geheimtipps liegen nur wenige Minuten von der Autobahn entfernt. Teures Fastfood können sie sich hier sparen.

Author - Stefanie Hildebrandt
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Ein blaues Schild weist die Wege an einer Tankstelle an der Autobahn 9 an. Oft rastet es sich abseits schöner.
Ein blaues Schild weist die Wege an einer Tankstelle an der Autobahn 9 an. Oft rastet es sich abseits schöner.Jan Woitas/dpa

Immer dieselbe Raststätten-Kost? Kalte Fischbrötchen, aufgeweichte Schnitzelsemmeln oder Fast Food von der Stange? Wer auf Deutschlands Autobahnen unterwegs ist, muss längst nicht immer an den üblichen Rasthöfen direkt an der Autobahn Halt machen. Oft warten nur wenige Minuten abseits der Strecke echte Geheimtipps auf hungrige Reisende.

Saftige Bratwurst zum Mitnehmen

Nachdem der Berliner KURIER bereits den beliebten Bratwurst-Imbiss von Thomas Haase an der A4-Abfahrt Magdala vorgestellt hatte, meldeten sich zahlreiche Leser mit ihren ganz persönlichen Empfehlungen. Hier kommen die besten Raststätten-Tipps auf Reisen.

Fränkischer Geheimtipp an der A70: Metzgerei statt Raststätten-Food

„Der Autohof Werneck an der A70 bei Schweinfurt Richtung A7 ist immer einen Stopp wert“, schreibt ein Leser. 

Der eigentliche Geheimtipp liegt dabei nicht auf dem Autohof, sondern direkt daneben. Die Metzgerei Krückel hat sich unter Vielfahrern längst einen Namen gemacht. An der heißen Theke bilden sich regelmäßig Schlangen, dennoch geht es meist erstaunlich flott. 

Gelobt werden vor allem die wechselnden Tagesgerichte, verschiedene Braten und klassische fränkische Hausmannskost. Ein Rindergeschnetzeltes mit Spätzle gibt es beispielsweise schon für unter neun Euro. Wer nur schnell etwas für unterwegs braucht, wird ebenfalls fündig. 

Praktisch: Direkt nebenan befindet sich die Bäckerei Schmitt. Außerdem gibt es einen 24-Stunden-Wurstautomaten für alle, die außerhalb der Öffnungszeiten vorbeikommen.

Thüringen: Hier halten sogar Luxuskarossen

Ein weiterer Leser schwärmt vom Rennsteiggrill an der A4-Ausfahrt Waltershausen/Laucha. „Da halten sogar russische Millionäre auf dem Weg von Frankfurt nach Berlin“, berichtet er. 

Auf der Speisekarte stehen Thüringer Rostbratwurst, Currywurst, Steakbrötchen und Schaschlik. Besonders geschätzt werden die fairen Preise. Die Rostbratwurst kostet 3,50 Euro, der Schaschlikspieß 4,50 Euro.

Viele Autofahrer fahren nach eigener Aussage sogar gezielt von der Autobahn ab, um Wurstwaren für den heimischen Grill mitzunehmen.

Wichtiger Hinweis: Der Rennsteiggrill befindet sich derzeit in der Sommerpause. Ab dem 4. August ist das Team wieder zurück. Die Selbstbedienungsautomaten bleiben rund um die Uhr erreichbar.

Mecklenburg Vorpommern: Döner und Fischbrötchen statt Raststätte

Wer von Berlin an die Ostsee fährt, sollte einen Blick auf die A24-Ausfahrt Gallin werfen.

Im Businesspark A24 in Lüttow-Valluhn locken gleich mehrere Alternativen zur klassischen Raststätte. Neben dem bekannten Edeka-Werksverkauf mit Imbiss hat sich vor allem ein Dönerladen unter Reisenden einen guten Ruf erarbeitet. 

Für viele Urlauber ist die Ausfahrt inzwischen ein fester Zwischenstopp auf dem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa auf halber Strecke von Berlin an die Ostsee ist in Krakow am See an der Autobahn A19 das absolute Highlight für Fischbrötchen direkt aus der Region. Von der Abfahrt 14 (Krakow am See) fährst du nur knapp 10 Minuten in den Ort. Beim Müritzfischer - Der kleine Fischladen in Krakow, direkt am See gelegen gibt es exzellente, frisch zubereitete Fischbrötchen mit Maräne, Matjes oder Räucherfisch aus lokalem Eigenfang. An der Abfahrt 16 in Malchow lockt die Aalräucherei. Ein traditioneller, kleiner Betrieb.

Bayern: Der Trucker-Hotspot von Geiselwind

Wer auf der A3 in Nordbayern unterwegs ist, kommt am Namen Strohofer kaum vorbei. Am bekannten Autohof in Geiselwind bietet Toni’s Gasthof deftige fränkische Küche statt Mikrowellen-Menüs. Die Schnitzel genießen bei Fernfahrern fast Kultstatus. 

Für den schnellen Hunger empfiehlt sich ebendort Lillys Metzgerei. Neben klassischen Fleischgerichten gibt es dort auch vegetarische Snacks und belegte Brötchen.

Mecklenburgische Küche statt Tankstellen-Bistro

Auf dem Weg Richtung Ostsee empfehlen Leser außerdem einen Halt im Gasthof Zur Mühle in Wittenburg. Das Restaurant liegt nur wenige Minuten von der A24 entfernt und serviert traditionelle mecklenburgische Küche in großzügigen Portionen. Das Essen ist einfache Hausmannskost. Die Schnitzel gibt es in fünf Variationen. Einziges Manko: Die Küche schließt in der Woche schon um 14 Uhr und öffnet erst 17.30 Uhr wieder. Am Wochenende ist von 11.30 Uhr durchgängig offen.

Alternativ lohnt sich ein Abfahren von der A24 auch in Neustadt-Glewe. Rund um den Stadthafen laden mehrere Restaurants direkt am Wasser zum Verweilen ein. Ein deutlich entspannteres Ambiente als zwischen Zapfsäulen und Lastwagen.

Abseits der Raststätten bieten Gasthöfe Leckeres zu fairen Preisen.
Abseits der Raststätten bieten Gasthöfe Leckeres zu fairen Preisen.Sabine Gudath/imago

Richtung Polen: Geheimtipp an der A12

Wer in Richtung Polen unterwegs ist, sollte laut Lesern die Ausfahrt Storkow ins Navi eingeben. Im Gasthof Paesch in Spreenhagen gibt es reichlich Parkplätze, eine Tankstelle in der Nähe und bodenständige Küche zu fairen Preisen.

Oberpfalz: Zoigl statt Fast Food

Ein echter Klassiker für Genießer liegt an der A93. Zugegeben, weit weg vom Zuhause. Aber der Ort Windischeschenbach ist weit über Bayern hinaus für seine traditionelle Zoigl-Kultur bekannt. In urigen Familienwirtschaften werden hausgebrautes Bier, Brotzeiten, deftige Braten, Brezeln und Strammer Max serviert. Wer lieber direkt an der Autobahn bleibt, findet mit dem mehrfach ausgezeichneten Bergler-Autohof ebenfalls eine beliebte Adresse.

So suchen Vielfahrer

Grundsätzlich gilt: Wer eine herkömmliche Raststätte an der Autobahn  umfahren will, sucht stattdessen gezielt nach Landgasthöfen, Brauerei-Gasthöfen, Dorfmetzgereien mit Mittagstisch oder Hofcafés. Oft reichen schon fünf Kilometer Abstand zur Autobahn, um besser und günstiger zu essen. 

Besonders in Franken, Niederbayern, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern bekommt man für rund 15 Euro noch hausgemachte Gerichte, die vielerorts jede Autobahnraststätte alt aussehen lassen.

Liebe Leser, wie ist Ihre Meinung zum Thema? Wo kehren Sie auf Ihren Reisen mit dem Auto gern ein? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com