Die Deutsche Bahn greift durch. Was in Berlin an den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Ostbahnhof bereits gilt, soll künftig bundesweit eingeführt werden: ein Alkoholverbot an allen Bahnhöfen in Deutschland.
Verbot soll bis Mitte Oktober 2026 umgesetzt werden
Das Verbot soll dazu beitragen, Fahrgäste und das eigene Personal vor Übergriffen zu schützen, wie die „Bild“ berichtet. Die neue Regelung soll an allen 5400 Bahnhöfen gelten und bis zum 15. Oktober 2026 umgesetzt werden.
Bahnchefin Evelyn Palla (52) wird mit den Worten zitiert: „Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch. Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Für mich zählt nur eines: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden.“
Betrunkener Fahrgast: DB-Mitarbeiter stürzt aus Zug
Zuletzt hatte am Wochenende ein Vorfall in Baden-Württemberg für Schlagzeilen gesorgt. In einem Regionalzug kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem betrunkenen Fahrgast und einem Mitarbeiter des DB-Sicherheitsdienstes. Dabei stürzte der Sicherheitsmitarbeiter durch einen Türspalt aus dem mit 120 Stundenkilometern fahrenden Zug. Er wurde mit schweren Verletzungen neben den Gleisen gefunden und in ein Krankenhaus gebracht, befindet sich aber glücklicherweise außer Lebensgefahr.

Solche Vorfälle sollen künftig verhindert werden. Noch einmal Palla: „Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen. Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt. Zuletzt hat uns dies der brutale und sinnlose Angriff vom vergangenen Freitag gezeigt.“
Alkoholverbot an Bahnhöfen stößt auch auf Kritik
Alkoholverbote sind allerdings nichts Neues. An etwa 30 großen Bahnhöfen, darunter Köln, München und Hamburg, gilt die Regelung bereits – ebenso wie in Berlin am Ostbahnhof und am Bahnhof Zoologischer Garten.
Die Verbote stießen jedoch nicht überall auf Zustimmung. So warb der Deutsche Caritasverband dafür, soziale Angebote verbindlich einzubeziehen. „Das Anliegen, Sicherheit und Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen zu verbessern, ist wichtig. Dabei müssen soziale Anlaufstellen an Bahnhöfen unbedingt eingebunden werden. Allein mit einem Alkoholverbot ist es nicht getan“, erklärte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa.




