Es gäbe keinen schlechteren Zeitpunkt für eine Eierknappheit – doch Seuchen lassen sich nur schwer vorherbestimmen. Nach der Vogelgrippe im Herbst 2025 macht vielen Geflügelbetrieben aktuell die Newcastle-Krankheit Sorgen. Sie breitet sich immer weiter aus – und trägt ihren Teil dazu bei, dass es in den Supermärkten aktuell weniger Eier gibt. Und es macht sich Angst breit: Wie gefährlich ist die Seuche für Menschen?
Newcastle-Krankheit kam für Bauern aus heiterem Himmel
Es ist ein Comeback, das sich nach den heftigen Problemen mit der Vogelgrippe im Herbst 2025 wirklich niemand gewünscht hat: Die Newcastle-Krankheit, die Geflügel befällt, war zum letzten Mal vor rund 30 Jahren ein Problem in Deutschland.
Doch nun ist die Seuche zurück – die Infektionen in mehreren Betrieben überraschten die Landwirtschaft aus heiterem Himmel, sagte Brandenburgs Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. Die Bilanz ist erschreckend: Rund 1,2 Millionen Tiere mussten bereits getötet werden – nur in Brandenburg!
Die schlechte Nachricht: Die Krankheit befällt zwar hauptsächlich Geflügel, aber auch Menschen können sich anstecken. Und das auf verschiedenen Wegen. Laut dem Friedrich-Löffler-Institut, das die Ausbreitung von Tierseuchen erforscht, wird das Virus unter anderem über den Kot der Tiere ausgeschieden und verbreitet sich auch über die Luft. Die Übertragung kann über direkten Kontakt mit den Tieren, aber auch indirekt erfolgen – also etwa über Schmutz oder Käfige.

Und: Auch Eier können kontaminiert sein! Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Infektion verläuft bei den meisten Menschen unproblematisch, zeigt sich lediglich in Form einer Bindehautentzündung. Allerdings berichtet die „Apotheken Umschau“, dass es auch schon Tote gegeben habe. Besonders gefährdet sind – wie bei vielen Infektionskrankheiten – Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.
Symptome: Das verursacht die Newcastle-Krankheit
Bei Tieren fallen die Symptome der Erkrankung wesentlich schwerer aus als bei den meisten Menschen. Die Vögel bekommen unter anderem Durchfall und Atemnot, werden apathisch. Auch bei ihnen entzünden sich die Augen. Die Newcastle-Krankheit kann außerdem Lähmungen auslösen. Betroffene Tiere sterben meist innerhalb weniger Tage nach dem Ausbruch der Infektion.

Zumindest das Risiko einer Ansteckung über Eier dürfte über Ostern etwas minimiert werden. Der Grund: Die Ausbreitung von Seuchen – zunächst Vogelgrippe, nun Newcastle-Krankheit – sorgt dafür, dass die Eier zum Osterfest knapper werden. KURIER-Reporter beobachteten bereits, dass sich die Regale in manchen Supermärkten leeren, die Auswahl nicht mehr so groß ist.
Eier knapp vor Ostern? Geflügel-Verband beschwichtigt
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) beschwichtigt: Das Angebot sei knapp, aber stabil. Trotzdem räumt Präsident Hans-Peter Goldnick ein, dass die hohe Nachfrage aktuell auf ein geschwächtes Angebot trifft. Zum Glück gibt es reichlich Eier aus Schokolade.




