Noch gut einen Monat bis Ostern, und beim Blick ins Eierregal im Supermarkt machen viele Kunden große Augen. Wo sonst stapelweise Kartons liegen, klaffen plötzlich Lücken. Das Angebot ist knapp, einzelne Sorten fehlen sogar ganz, und jetzt bedroht ein neues Virus auch noch die Geflügelfarmen! Droht ausgerechnet zu Ostern eine Eier-Krise?
Nachfrage übersteigt das Eier-Angebot
Wer im Supermarkt oder im Discounter in Berlin am Eierregal steht, kennt’s. Die Regale sind nicht so voll wie gewohnt. Mal fehlen Bio-Eier, mal eine bestimmte Größe, mal bleibt nur noch die letzte Sorte übrig.
Doch die Branche versucht zu beruhigen. Die Lage sei angespannt, aber nicht dramatisch. „Die Situation bleibt aufgrund der Vogelgrippe für die gesamte Branche herausfordernd“, sagte beispielsweise ein Sprecher der Rewe-Gruppe. Auch Marktexperten sehen zwar noch keinen Grund zur Panik im Eierregal, warnen aber: „Es gibt keinen Notstand, aber eine Eierknappheit“, sagt Margit Beck vom Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel (MEG).

Der Grund: Die Nachfrage ist derzeit besonders hoch und wird in den nächsten Wochen bis Ostern traditionell noch einmal deutlich ansteigen. Vor Ostern kaufen auch Färbereien große Mengen Eier, die dem Markt vorübergehend fehlen. Außerdem werden auch große Mengen von den Millionen Verbrauchern in Deutschland für die Oster-Bäckerei und natürlich zum Färben für das Osterfest gebraucht.
Ein wichtiger Grund für die knappe Eier-Lage ist die Vogelgrippe. Im vergangenen Jahr mussten in Deutschland mehrere Hunderttausend Tiere gekeult werden. Und der Wiederaufbau der Bestände dauert seine Zeit.

Newcastle-Krankheit macht Experten Sorgen
Doch als wäre die Vogelgrippe nicht schon genug, sorgt nun eine weitere Form der Geflügelpest für Sorgen in der Branche. Die Newcastle-Krankheit, jahrzehntelang praktisch verschwunden, breitet sich wieder unter Geflügel aus.
Veterinärbehörden sind alarmiert: Acht bestätigte Ausbrüche auf Geflügelfarmen in Brandenburg und Bayern wurden bislang registriert. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) spricht von einer erheblichen Gefährdungslage für Geflügelbetriebe – und auch für Vogelhaltungen wie Zoos.


