Ist Buckelwal Hartwin in Wirklichkeit Timmy Hope? Die Geschichte der Meeres-Giganten, die Deutschland in den vergangenen Wochen in Atem hielten und halten, ist eine Geschichte voller wilder Theorien. Erst strandete Timmy Hope vor der Insel Poel, wurde gerettet und später tot vor der dänischen Insel Anholt angespült. Nun ist Buckelwal Hartwin in der Ostsee unterwegs. Fans glaubten lange, dass Timmy Hope gar nicht tot ist – und dass er und Hartwin derselbe Wal sind. Die Theorie bekommt nun Auftrieb, denn das Ergebnis einer DNA-Analyse ist da.
So kam es zur DNA-Analyse bei Timmy Hope
An der Rückenflosse von Wal Timmy Hope wurde damals, als er noch in der Ostsee vor Poel lag, ein Tracker angebracht. Dabei wurde auch Gewebe aus seiner Rückenflosse gewonnen und sichergestellt. Eine weitere Probe wurde durch eine Wal-Initiative bei dem Wal entnommen, der Wochen später tot vor der dänischen Insel Anholt strandete und von Experten zerlegt wurde. Das Ergebnis der Analyse der DNA soll am Mittwoch auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden, doch es sickerte schon vorab durch.
Was die Tierschützer herausgefunden haben wollen, dürfte eine echte Sensation sein: Die DNA des gestrandeten Wals und die DNA von Wal Timmy Hope stimmen laut einem Bericht von BILD nicht überein. Das bedeutet: Der Wal, der tot vor Anholt strandete und dann im Rahmen einer großen Obduktion zerlegt wurde, soll nicht Timmy Hope sein. Das wirft natürlich spannende Fragen auf – vor allem eine: Lebt Wal Timmy Hope in Wirklichkeit noch? Und was ist mit dem Tier geschehen?

Fans des Wals hatten schon lange spekuliert, dass es sich bei den Walen von Poel und Anholt um unterschiedliche Tiere handeln könnte. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, was mit Timmy Hope passiert sein könnte. Hat er seinen Weg zurück in den Ozean gefunden? Ist er im offenen Meer gestorben, in die Tiefen des Ozeans abgesunken und zu einem sogenannten „Walsturz“ geworden? Oder – und das ist die vermutlich wildeste Theorie – ist Timmy Hope in Wirklichkeit Hartwin?
Flossen von Timmy Hope und Hartwin verglichen
Tierschützer sprachen schon vor Wochen davon, dass die Theorie nicht ganz von der Hand zu weisen ist. So wurden anhand von Fotos beispielsweise die Schwanzflossen von Timmy Hope und Hartwin verglichen, wobei deutliche Übereinstimmungen auffielen. Anders als bei den Schwanzflossen von Timmy Hope und dem vor Anholt gestrandeten Wal: Hier waren die Unterschiede vielen zu groß. Spannend sind auch die weißen Verfärbungen, die am Rücken von Hartwin zu sehen waren.

Manche hielten sie für eine Krankheit, andere glaubten daran, dass sich die Haut an diesen Stellen wieder erholt. Nachdem sich Timmy Hartwin länger im süßeren Wasser der Ostsee aufgehalten hat, hat sich die Haut möglicherweise im salzigeren Wasser der Nordsee neu gebildet, was die Verfärbungen erklären könnte. Im Süßwasser weicht die Haut der Buckelwale auf, wird wund und schuppt sich ab.
Die Ostsee hat aber nur einen Salzgehalt von 0,3 bis 1,8 Prozent. Die Nordsee hat 3,2 bis 3,5 Prozent Salz im Wasser – die auffälligen Spuren am Rücken von Hartwin könnten darauf hindeuten, dass sich dort also wieder Haut bildet.
Ist Wal Hartwin in Wirklichkeit Timmy Hope?
Weist die neue DNA-Analyse nun auch in diese Richtung? Das lässt sich trotz des scheinbar klaren Ergebnisses nicht eindeutig sagen. Denn rund um die Entnahme der Proben gibt es einige Unklarheiten – eine falsche Lagerung könnte das Genmaterial beispielsweise verfälscht haben. Außerdem gibt es auch Dinge, die dafür sprechen, dass der Wal vor Anholt Timmy Hope war: An dem Kadaver wurde ein Waltracker gefunden – und auch die Positionsdaten, die schon vor Wochen veröffentlicht wurden, zeigen, dass der tote Wal wahrscheinlich Timmy Hope war.


