Es ist erst ein paar Wochen her, dass ganz Deutschland mit Buckelwal Timmy litt, den manche auch Hope nannten. Doch nun bahnt sich bereits das nächste Wal-Drama an! Inzwischen ist mit Hartwin ein weiterer Wal unterwegs in Richtung Ostsee. Tierschützer sind in großer Sorge, dass sich auch dieses prächtige Tier verirren könnte und dass bald der nächste Wal an der Ostsee strandet. Und jetzt geistert sogar eine verrückte Theorie durch das Netz: Ist der neue Wal Hartwin in Wirklichkeit Timmy Hope – und der Wal, der vor der dänischen Insel Anholt angespült wurde, war gar nicht Timmy?
War der Wal von Anholt gar nicht Timmy Hope?
Viele Fans von Timmy Hope glaubten bis zuletzt daran, dass es noch Hoffnung für „Ihren“ Wal gibt – und klammerten sich an Strohhalmen fest. Etwa an der Tatsache, dass Timmy die ganze Zeit als männlicher Wal bezeichnet wurde, doch als das verendete Tier vor Anholt strandete, kam heraus, dass es sich um ein Weibchen handelte.
Die Idee: Vielleicht war der Wal von Anholt gar nicht Timmy – denn der gerettete Ostsee-Wal schwimmt in Wirklichkeit glücklich und zufrieden durch den Ozean. Aber: Kann das wirklich sein?
Wal-Fans beschäftigen sich mit Buckelwal Hartwin, der inzwischen in Richtung Ostsee unterwegs ist. Das Tier wurde in den vergangenen Wochen und Monaten regelmäßig beobachtet. Der Wal wurde unter anderem bei South Shields in Großbritannien im Meer von zwei Männern beobachtet, die auf einer Jetski-Tour waren. Auch vor der Küste der Niederlande und vor Dänemark wurde Hartwin gesehen.

Tierschützern machen sich bereits große Sorgen, weil sie fürchten, dass Hartwin das gleiche Schicksal treffen könnte wie Timmy Hope. Doch es wird noch verrückter: nicht wenige glauben, dass es sich bei Wal Hartwin sogar um Timmy Hope handeln könnte! Ist der Lieblings-Wal der Deutschen also noch am Leben?
Fans vergleichen Rückenflosse von Hartwin und Hope
In einschlägigen Facebook-Gruppen verbreiteten sich etwa Analysen der Fluken. Verglichen wurden die Schwanzflossen von Timmy Hope und dem gerade gesichteten Wal Hartwin. So hat ein Tierschützer namens Michael Rau auf Facebook eine genaue Untersuchung angestellt, auch mithilfe von Künstlicher Intelligenz.
Das Ergebnis: Die Fluke von Hartwin stimme perfekt überein mit der Fluke von Timmy Hope. „Abweichungen, die minimal sind, resultieren aus der Refraktion (Lichtbrechung) des Wassers sowie Verzerrungen durch den Aufnahmewinkel“, schreibt er. „Da sich die Wale in unterschiedlichen Tiefen befinden, verändern sich ihre scheinbare Größe, Form und Farbe auf den Bildern.“

Die Schwanzflosse des Wals, der als Timmy Hope vor der Insel Poel gestrandet war, passt seiner Meinung nach aber nicht zur Schwanzflosse des Wals, der vor Anholt strandete und als Timmy Hope identifiziert wurde. Und er führt noch weitere Argumente an, bezeichnet etwa Verletzungen am Rücken der Tiere als identisch. Auffällige Hautveränderungen könnte man damit erklären, dass sich die Haut eines Wals, nachdem er im Süßwasser war, im Salzwasser wieder regeneriert.
Süßwasser weicht die Haut von Buckelwalen auf
Hintergrund: Im Süßwasser weicht die Haut der Buckelwale auf, wird wund und schuppt sich ab. Die Ostsee ist zwar kein Süßwassermeer, sondern ein sogenanntes Brachwassermeer, hat aber nur einen Salzgehalt von 0,3 bis 1,8 Prozent. Die Nordsee hat 3,2 bis 3,5 Prozent Salz im Wasser – die auffälligen Spuren am Rücken von Hartwin könnten darauf hindeuten, dass sich dort also wieder Haut bildet. Und: Mit etwas Fantasie könnte man auf Fotos sogar eine auffällige dunkle Stelle am Rücken vermuten. Fans glauben, dass es der Tracker sein könnte, der auf Timmys Rücken montiert wurde.
Viele glauben daran, dass es Timmy Hope also in Wirklichkeit noch gibt. „Ich denke, dass das Hope ist. Da war viel zu viel Geschwurbel und Geheimniskrämerei bei dem toten Wal“, schreibt etwa eine Frau auf Facebook. Eine andere: „Auch wenn's keine 100% Sicherheit gibt, aber es würde einiges dafür sprechen, dass es tatsächlich so sein könnte.“ Und in einem Kommentar heißt es: „Das klingt für mich plausibel. Ich glaube auch fest daran, dass er noch lebt.“

Allerdings gibt es auch Gegner der Theorie. So wird auch argumentiert, dass die Entfernung zwischen dem Punkt, an dem Timmy Hope freigelassen wurde, und dem Tag der ersten Sichtung von Hartwin, zu groß wäre. Auf Facebook hat etwa jemand ausgerechnet, dass der Wal die Distanz von 800 Kilometern innerhalb weniger Tage hätte zurücklegen müssen, das sei nur bei einem gesunden Wal möglich. Auch eine markante Kerbe an der Rückenflosse belege, dass es sich nicht um Hope handeln kann, denn die fehlt bei Hartwin offenbar.
Ist Buckelwal Hartwin in Wirklichkeit Timmy Hope?
Während Wal Hartwin sich also der Ostsee nähert, bringt er eine große Frage mit: Ist es Timmy Hope – oder doch nicht? Vielen Tierschützern ist das letztendlich auch egal. „Er braucht medizinische Hilfe, egal wie er heißt“, schreibt ein Facebook-Nutzer.
Andere sind fest davon überzeugt, dass es nicht Hope sein kann. „Vielleicht ist das auch besser so. So kann ich dann endgültig von Timmy Abschied nehmen“, schreibt ein Mann. „Irgendwann muss das Trauern zu Ende sein. Das belastet Körper und Psyche.“ Was wirklich stimmt, bleibt aktuell das Geheimnis von Hartwin. Oder aber das Geheimnis von Timmy Hope.


