Erst war es nur ein schlechter Scherz im Internet. Im Frühjahr machte ein Fake-Post die Runde, Potsdamer Kult-Gastronom René Redo wolle den gestrandeten Buckelwal Timmy zu Fischstäbchen verarbeiten. Doch er stellte klar: kein Timmy auf der Speisekarte. Doch jetzt ändert sich das. Denn jetzt macht er aus dem Netz-Witz einfach Ernst: Redo XXL bringt XXL-Fischstäbchen auf die Karte. Und die heißen Timmy.
500 Gramm Fischstäbchen
Wer bei Redo bestellt, denkt groß. Das gilt auch für die neuen Fischstäbchen: Drei Stück kommen auf den Teller, jedes davon 500 Gramm schwer (Eine Fischstäbchenpackung mit 15 normalen Fischstäbchen hat 450g). Dazu gibt es Kartoffelpüree und Spinat mit dem Blubb. Die Neuigkeit verkündete Redo auf Instagram – im Gespräch mit dem bekannten Streamer MontanaBlack.
Klar ist: Trotz des Namens steckt kein Gramm Wal in den Stäbchen. „Timmy" ist reine Hommage an den Kult-Wal. Am Montag erhielt der Gastronom laut eigenen Angaben die ersten Proben des neuen Gerichts. Was genau „Timmys Fischstäbchen" kosten werden und wann sie in die Läden kommen, hat er bisher nicht verraten.
René „Redo" Dost betreibt sieben XXL-Restaurants in Berlin und Brandenburg und lädt seit mehr als einem Jahr täglich mehrere Kurzvideos auf Social Media hoch – viele davon mit mehr als einer Million Aufrufe. Sein TikTok-Hype hat ihm nach eigenen Angaben einen Umsatzanstieg von 30 Prozent gebracht. Dass er den Timmy-Wirbel nun in ein Gericht verwandelt, passt zur Linie des 57-Jährigen: Was viral geht, landet bei Redo früher oder später auf dem Teller.

Timmy war ein Buckelwal, der am 3. März 2026 erstmals im Hafen von Wismar in der westlichen Ostsee gesichtet wurde und Deutschland wochenlang in Atem hielt. Trotz Warnungen von Experten brachte eine private Initiative den geschwächten Wal mit einem Lastschiff zurück in die Nordsee – die Hoffnung auf Rettung erfüllte sich nicht.
Ein Weibchen, Biodiesel und ein bisschen Unsterblichkeit
Der Wal schwamm noch 215 Kilometer, das letzte Tracker-Signal kam am 7. Mai. Am 14. Mai wurde Timmy tot am Strand der dänischen Insel Anholt aufgefunden – und war, wie sich bei der Untersuchung herausstellte, ein Weibchen. Sein Körper wurde zu Biodiesel verarbeitet, einige Knochen gingen ans Naturhistorische Museum in Kopenhagen. Sein Name aber lebt weiter – auf Redos Speisekarte.


