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Nach Timmy Hope und Hartwin: Umweltschützer fordern Wal-Steuer!

Der Fall von Buckelwal Hartwin löst neue Diskussionen aus. Tierschützer fordern einen Fonds für Walrettungen – finanziert durch eine Wal-Steuer.

Author - Florian Thalmann
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Buckelwale gehören in den Ozean, nicht in die Ostsee. Wenn sich die Tiere verirren, brauchen Sie laut Tierschützern Hilfe (Symbolfoto).
Buckelwale gehören in den Ozean, nicht in die Ostsee. Wenn sich die Tiere verirren, brauchen Sie laut Tierschützern Hilfe (Symbolfoto).imago

Um den Buckelwal Hartwin kehrt noch immer keine Ruhe ein: Tierschützer verfolgen weiter aufmerksam die Route des Tiers durch die Gewässer vor Dänemark. Und kritisieren, dass immer noch keine Hilfe geleistet wird, damit der Wal den Weg zurück in die Nordsee findet. Zugleich gibt es Diskussionen darüber, wie den Tieren in Zukunft geholfen werden kann. Eine Idee: eine Wal-Steuer! Die Umweltschützer fordern, dass die Nutzung der Meere besteuert wird, damit ein Fonds für die Walrettung eingerichtet werden kann.

Nach Timmy Hope blicken nun alle auf Wal Hartwin

Erst vor Wochen sorgte Wal Timmy Hope für Wirbel, sein Tod sorgte bei vielen Tierfreunden für Trauer. Doch die Wunden waren noch nicht geheilt, da tauchte schon der nächste Wal in Gefahr auf der Bildfläche auf. Hartwin ist seit Monaten in Richtung Ostsee unterwegs, wurde sogar schon in deutschen Gewässern gesichtet.

Experten sind sicher, dass der Meeres-Gigant sterben wird, wenn er nicht den Weg zurück in den Ozean findet. Doch die dänischen Behörden wollen nichts unternehmen.

Für die Tierschützer von „Stranded No More“, die Hartwins Weg verfolgen, besteht aber dringender Handlungsbedarf. „Hartwins Fall unterstreicht auch die Notwendigkeit der Walsteuer“, schreiben sie in einem aktuellen Facebook-Post. Eine Wal-Steuer?

Wie soll das denn funktionieren? Das hat „Stranded No More“ bereits Ende Juni dargelegt. Die Idee: Wenn es nach den Tierschützern geht, soll in Bereichen, die von der Nutzung  der Meere profitieren, eine Mikrosteuer in Höhe von 0,5 bis 1 Prozent erhoben werden.

Der tote Wal Timmy Hope im Wasser vor der dänischen Insel Anholt.
Der tote Wal Timmy Hope im Wasser vor der dänischen Insel Anholt.Marcus Golejewski/dpa

Das betrifft beispielsweise die Industrie der Walbeobachter, aber auch die kommerzielle Fischerei. Außerdem natürlich die globale Schifffahrt, Betreiber von Offshore-Windparks und globale Marinen. Sie alle nutzen die Ozeane, sorgen damit teilweise für eine Belastung der Umwelt. Durch das Geld in diesem Fonds könnte dann sowohl richtige Rettungsmethoden erforscht als auch globale Einsatzteams finanziert werden, die sich um Wale in Not kümmern und gestrandete Wale wieder zurück ins Meer bringen.

Wal-Steuer soll zur Rettung der Tiere beitragen

Wenn es nach den Tierschützern geht, sollen „Industrien, die Störungen in die Meeresumwelt einbringen, zum Globalen Walrettungsfonds beitragen, zunächst freiwillig über öffentliche Beschämung“. Langfristig sollte die Wal-Steuer aber gesetzlich verankert werden. „Diese Tragödien können nicht einfach so weitergehen wie bisher, ohne dass etwas getan wird“, schreibt „Stranded No More“ auf Facebook.

Wal Timmy Hope wurde in einer Barge in die Nordsee geschleppt. Doch kurz nach der Rettung verendete das Tier, wurde am Strand der dänischen Insel Anholt angespült.
Wal Timmy Hope wurde in einer Barge in die Nordsee geschleppt. Doch kurz nach der Rettung verendete das Tier, wurde am Strand der dänischen Insel Anholt angespült.Philip Dulian/dpa

So könnten auch Wal-Fans etwas tun, anstatt Walen wie Hartwin und Timmy Hope hilflos zuzusehen. „Die Öffentlichkeit hat viel mehr Macht, als sie glaubt.“ Jeder einzelne könne Teil der Rettung der Wale sein. „Die Einführung der Walsteuer ist ein langer, steiniger Weg, aber viele Unternehmen, die entweder die Ozeane nutzen oder Umweltbelastungen verursachen, könnten öffentlich ,beschämt‘ werden, freiwillig zum Globalen Rettungsfonds für Wale beizutragen.“

Hartwin wieder vor Dänemark gesichtet

Wie es Wal Hartwin aktuell wirklich geht, ist unklar. Am Wochenende wurde der Buckelwal noch in Aarhus gesehen, bewegte sich dann weiter in Richtung Südwesten. In Aarhus fiel auf, dass sich die weiße Färbung auf seiner Haut weiter ausbreitet. Später wurde der Buckelwal im Vejle Fjord in Dänemark gesehen, 55 Kilometer vom vorherigen Ort entfernt.

Dänemark vernachlässige das Tier weiterhin – und die Tierschützer zeigen sich entsetzt von Reaktionen wie „Das ist natürlich“ und „Man kann nicht alle retten“. „Wir wissen nicht genau, was ihm zugestoßen ist. Aber die Menschen schulden ihm eindeutig etwas“, heißt es bei „Stranded No More“.

Was halten Sie von der Idee einer Wal-Steuer? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften.