Die Hitze wird uns auch in dieser Woche dauerhaft begleiten – am kommenden Wochenende sollen die Temperaturen bereits an der 40-Grad-Marke kratzen. Die Horror-Hitze wird immer brutaler. Da greifen viele auf kleine technische Hilfsmittel zurück, nutzen Ventilatoren und Klimaanlagen, um die Raumluft etwas abzukühlen und für Linderung zu sorgen. Das Problem: Viele Menschen haben den Eindruck, dass diese Geräte krank machen! Ist das wirklich so? Ja und nein. Wir verraten, warum es ein Mythos ist – und welche Probleme es trotzdem gibt.
Klimaanlagen machen krank? Ein Mythos, aber ...
Im Hochsommer wird die Klimaanlage oder der Ventilator angeschaltet, die Geräte sorgen den ganzen Tag über für etwas Linderung bei der großen Hitze. Aber: Ist das wirklich gut für den Körper? Das Gerücht, dass man von der Nutzung krank werden kann, hält sich hartnäckig.
Die gute Nachricht: Nein, Klimaanlagen und Ventilatoren machen nicht grundsätzlich krank. Erkältungen werden nämlich nicht durch Zugluft oder Kühlung ausgelöst, sondern durch Viren. Allerdings hat die Sache trotzdem einen Haken – und der Effekt, den viele fürchten, ist nicht ganz von der Hand zu weisen.
Beispiel Klimaanlagen: Die Geräte kühlen die Luft ab, pusten dabei einen Luftstrom durch den Raum. Grundsätzlich macht der nicht krank, er kann aber, wenn er direkt auf den Körper gerichtet wird, auf Dauer die Schleimhäute austrocknen. Weil sie eigentlich einen wichtigen Teil zur Abwehr von Viren beitragen, haben die Auslöser der Erkältung dann leichteres Spiel. Ein weiterer Faktor, der dazu beiträgt, ist die generelle Entfeuchtung der Raumluft.

Für ein gesundes Klima sollte die Luftfeuchtigkeit bei etwa 40 bis 65 Prozent liegen. Klimaanlagen entziehen der Raumluft Wasser – und dadurch kann die gesunde Grenze leicht unterschritten werden. Auch das kann zur Folge haben, dass die Schleimhäute schneller austrocknen – und dass Viren und Bakterien dann leichter in den Körper gelangen können. Die Klimaanlage macht also nicht grundsätzlich krank, sie kann aber dafür sorgen, dass wir uns anderswo leichter anstecken und und so eine durch Viren ausgelöste Erkältung holen.
Klimaanlagen können zur Keimschleuder werden
Einzige Ausnahme: Experten raten dazu, dass Klimaanlagen regelmäßig gewartet werden – und dass etwa in regelmäßigen Abständen die Luftfilter ausgetauscht werden müssen. Völlig verdreckte Klimaanlagen können auch zu Keimschleudern werden.
Es ist der wahre Grund, warum die Geräte krank machen können: Werden sie nicht in gleichmäßigen Abständen gereinigt, können Viren, Bakterien und Pilzsporen in der Raumluft verteilen. Vor allem durch das feuchte Klima in manchen Geräten können sich die Keime gut vermehren, denn in Klimaanlagen wird der Raumluft auch Feuchtigkeit entzogen und in Form von Kondenswasser gesammelt und abgeleitet.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Effekt, den zu kühle Raumluft haben kann – dann nämlich, wenn man aus der stark heruntergekühlten Wohnung nach draußen geht und gegen eine Wand aus 35 Grad heißer Luft läuft. Dann kann leicht der Kreislauf in Schwierigkeiten kommen, der Blutdruck abstürzen – denn bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, bei Wärme dehnen sie sich aus. Auch der Wechsel zwischen zu stark abgekühlter Raumluft und heißen Außentemperaturen kann also Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben und den Körper schwächen.
Mythos im Sommer: Machen Ventilatoren krank?
Bei Ventilatoren ist es da etwas einfacher: Sie kühlen die vorhandene Luft nicht ab, sondern versetzen sie nur in Bewegung. Der Luftstrom kühlt dann die Haut, wenn er auf sie trifft.
Hier gelten also nahezu die gleichen Voraussetzungen wie bei der Klimaanlage: Der Luftstrom an sich macht nicht krank. Allerdings kann er die Schleimhäute oder die Augen austrocknen, wenn er direkt auf den Körper gerichtet ist – und das kann sie zum Einfallstor für Keime machen, weil die Schutzfunktion nicht mehr funktioniert.

Drei Punkte: So machen Klimaanlagen nicht krank
1. Klimaanlagen regelmäßig warten! In gewissen Abständen müssen die Luftfilter getauscht werden, damit sie nicht zur Keimschleuder werden!
2. Ventilatoren und Klimaanlagen nicht direkt auf den Körper richten! Lieber direkte Strömung nutzen und nach oben oder gegen die Wand pusten lassen.
3. Zu große Temperaturunterschiede bei der Klimaanlage vermeiden! Ständiges Wechseln (z. B. 35 °C draußen, 20 °C innen) belastet den Kreislauf. Experten raten dazu, die Temperaturunterschiede bei der Nutzung der Klimaanlage auf 6 bis 8 Grad zu beschränken.


