Haben Sie sich schon mal gefragt, welche Temperatur theoretisch in den Berliner Bussen herrschen soll? Immerhin sind die Schwankungen in der Realität wirklich extrem – extrem belastend.
Das Wechselbad der Temperaturen in BVG-Bussen
Ich fahre im Südwesten Berlins täglich Bus. Oft mit mehreren Exemplaren an einem Tag – und es ist jedes Mal ein Glücksspiel, was mich dabei erwartet. Und damit meine ich nicht einmal die Füllmenge. Sondern die Temperatur. Schwitzen wir heute oder frieren wir heute? Ich mache selten die Erfahrung, dass das Klima in einem BVG-Bus einfach mal angenehm ist.
Entweder man steigt ein und hat das Gefühl, man betritt eine Sauna: stickige Hitze. Am liebsten will man sich direkt die Kleider vom Leib reißen und die Fenster öffnen. Doch die sind oft verschlossen.

Oder aber es herrscht Eiszeit und die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, pustet einem kalte Luft in die Haare – sodass man sich fragt, ob man sich gerade die nächste Erkältung holt.
Manchmal steht die Luft auch einfach nur. Woran liegt das? Haben die älteren Bus-Modelle etwa noch keine Klimaanlage? Ich habe mal bei der BVG nachgefragt. Sprecherin Franziska Ellrich kann mir einige aufschlussreiche Antworten geben.
Gewusst? Das ist die optimale Temperatur im Bus
„Alle BVG-Busse haben eine Klimaanlage“, verrät sie. „Busse mit defekten Klimaanlagen werden in aller Regel schnellstmöglich im Linienverkehr ausgetauscht“, betont Ellrich weiter. „Die modernsten Busse der BVG-Flotte verfügen nicht mehr über eine zentrale Anlage, sondern über mehrere kleine und elektrische Klimageräte, die auch bei einer einzelnen Störung noch für einen kühleren Innenraum sorgen.“

Welche Temperatur soll denn theoretisch herrschen? Tatsächlich hat sich die BVG hier einige Gedanken um ihre Fahrgäste gemacht: „Die Anlagen sind technisch so ausgelegt, dass sie auf rund 4 Grad Celsius unter Außentemperatur herabkühlen, jedoch nicht unter 24 Grad.“
Weiter erklärt Ellrich: „Dieser Wert entspricht der bundesweit geltenden Empfehlung des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Im Übrigen empfiehlt auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz für Innenräume an sehr heißen Tagen generell eine maximale Differenz zur Außentemperatur von 5 bis 6 Grad.“ Laut den Empfehlungen drohe ansonsten ein Hitzeschock beim Heraustreten ins Freie.
Warum die Bus-Fenster oft verschlossen sind
Doch sind wir mal ehrlich: Rund 4 Grad Celsius unter Außentemperatur im Frühling und Sommer? So fühlt sich das nur selten an. „Der Wirkungsgrad von Klimaanlagen im innerstädtischen Linienbus-Betrieb ist gegenüber beispielsweise Fernbussen naturgemäß begrenzt“, erklärt Ellrich. „Busse der BVG öffnen in der Regel alle zwei bis drei Minuten die Türen zum Fahrgastwechsel, sodass ein ständiger Austausch mit der Außenluft herrscht. Ein Öffnen der Fenster steigert diesen Effekt.“
Deshalb sind sie auch in der Regel für Fahrgäste verschlossen: „Geöffnete Fenster würden den Energieverbrauch nur noch weiter in die Höhe treiben und, außer einem steifen Nacken durch die Zugluft, keinerlei Wirkung erzielen.“



