Wer seinen Bahnhof verliert, hat oft kaum Chancen auf eine Wiedereröffnung. Doch ausgerechnet das 160-Einwohner-Dorf Dannenwalde (Gransee) in Brandenburg beweist das Gegenteil. Die Einwohner feiern einen Erfolg, der bis heute deutschlandweit als Ausnahme gilt.
Mini-Dorf kämpfte für ihren Bahnhof
Vor 30 Jahren wurde der Haltepunkt in Dannenwalde an der Bahnstrecke Berlin-Rostock stillgelegt. Nur ein Jahr später hielten dort wieder Züge. Weil die Voraussetzungen gut waren und die Bewohner des Mini-Dorfes ihren Bahnhof nicht aufgegeben hatten.

Viele Orte im deutschen Nordosten können von so einem lebendigen Bahnhof wie dem in Dannenwalde nur träumen. Zum 30. Jubiläum der Wiedereröffnung wird deshalb erneut die Frage gestellt: Wenn es in Kleinstädten und Dörfern wie Möllenhagen, Altstrelitz, Thurow oder Adamsdorf so undenkbar scheint, warum glückte es in Dannenwalde?
Dannenwalde hatte einen entscheidenden Vorteil
Dass Dannenwalde seinen Bahnhof zurückbekam, hatte verschiedene Gründe. Zum einen war die Station nur rund ein Jahr außer Betrieb, Bahnsteige und Infrastruktur konnten deshalb weiter genutzt werden.
Und: Dannenwalde liegt günstig an der Strecke Richtung Berlin. Das macht den Haltepunkt besonders für Pendler attraktiv.
Mit einer Bürgerinitiative, viel ehrenamtlichem Engagement und einem eigens gegründeten Verein kämpften die Bewohner von Dannenwalde erfolgreich für die Rückkehr ihres Bahnhofs. Bis heute finanzieren sie dessen Erhalt mit Spenden, Mitgliedsbeiträgen und den Einnahmen aus einem Hotelzimmer im Bahnhofsgebäude.
Warum neue Bahnhöfe oft scheitern
Ein Bahnhof wird nicht einfach so wiedereröffnet. Mindestens 120 Fahrgäste pro Tag, gute Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln, Kosten für nötige Umbauarbeiten: Nach Angaben des brandenburgischen Infrastrukturministeriums spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle.
Viele Bahnhöfe, die seit Jahrzehnten stillgelegt sind, entsprechen oft nicht mehr den heutigen Anforderungen, weil sie komplett neu und barrierefrei ausgebaut werden müssten. Das macht eine Wiedereröffnung deutlich teurer.

Und nicht jede Wiederinstandsetzung bringt nur Vorteile. Jeder zusätzliche Halt verlängert die Fahrzeit für Reisende. Deshalb wird immer geprüft, ob der Nutzen für die Region größer ist als die Nachteile für andere Fahrgäste.
Aud Krubert aus dem brandenburgischen Infrastruktur-Ministerium erklärt: „Das Land steht vor der Herausforderung, mit knapper werdenden Haushaltsmitteln ein möglichst gutes Fahrplanangebot im Sinne der Fahrgäste abzusichern. Dies begrenzt auch die Spielräume für zusätzliche Angebote oder Reaktivierungen.“


