Dieser Fall sorgt in den USA derzeit für Aufsehen. Denn was wie ein schlechter Scherz klingt, hatte für Kurt Kromm gravierende Folgen. Der 60-Jährige, der elf Jahre lang als Elektriker im Ford-Lkw-Werk in Kentucky arbeitete, wurde nach eigenen Angaben entlassen – wegen einer Packung Schokokekse im Wert von 1,95 Dollar. Das sind umgerechnet rund 1,70 Euro!
Diabetes, Kekse, Zahlungsfehler: Dann kommt die Kündigung
Das ist passiert: Kromm leidet an Diabetes und berichtet, dass sein Blutzuckerspiegel während einer Nachtschicht abgesackt sei. Daher kaufte er sich an einem Selbstbedienungskiosk des Caterers Aramark eine Packung „Grandma’s Chocolate Chip Cookies“. Ein Kauf mit Folgen. Denn wie er der New York Post jetzt sagte, zeigte das Zahlungsterminal zunächst eine Fehlermeldung an. Als er seine Karte ein zweites Mal durchzog, habe das Gerät normal reagiert. Für ihn war die Sache damit erledigt. Denkste!
„Ich dachte mir, na ja, wahrscheinlich ist die Zahlung durchgegangen“, so Kromm. „Das war für mich so unbedeutend: 1,95 Dollar. Ich ging davon aus, dass ich bezahlt hatte.“
Eine Woche später folgte der Schock. Kromm erhielt die Entlassungspapiere. Wegen Diebstahls. Noch bevor er den Vorwurf aufklären konnte, wurde er aus dem Werk begleitet.

Später legte er nach eigenen Angaben jedoch einen Kontoauszug vor, der belegen soll, dass die Zahlung tatsächlich erfolgt war. Daraufhin zahlte Ford ihm rund 33.000 Dollar an ausstehenden Löhnen nach und bot ihm sogar die Wiedereinstellung an.
Für ihn geht es längst um seinen Ruf statt um 1,70 Euro
Doch an eine Rückkehr denkt der langjährige Mitarbeiter nicht. Er fühlt sich offenbar in seiner Ehre verletzt. Für ihn geht es längst nicht mehr um die knapp zwei Dollar, sondern um seinen Ruf. Daher erwägt er rechtliche Schritte. Sein Anwalt wirft Ford und Aramark vor, den Diebstahlsvorwurf erhoben zu haben, obwohl die Beweise von Anfang an vorgelegen hätten. Neben anderen möglichen Ansprüchen werde auch eine Klage wegen Verleumdung geprüft.




