Wer bei McDonald's im Drive-thru bestellt, spricht künftig vielleicht nicht mehr mit einem Menschen. Der Fast-Food-Konzern testet derzeit an fünf Standorten in den USA ein KI-gestütztes Bestellsystem namens ArchIQ, das Kundenbestellungen vollautomatisch entgegennimmt. Vorgestellt wurde das System auf der weltweiten McDonald's-Jahreskonvention 2026, wie der US-Sender ABC News berichtet.
So funktioniert „Archy" an der Bestellspur
Das System, das intern „Archy" genannt wird, wurde in Zusammenarbeit mit Google entwickelt. Laut einem McDonald's-Franchise-Inhaber hat das System bereits mehr als eine Million Transaktionen verarbeitet, wobei rund 90 Prozent der Bestellungen ohne menschliche Eingriffe abgeschlossen wurden.
Archy begrüßt Kunden, nimmt Bestellungen auf, verarbeitet Änderungswünsche und zeigt die fertige Bestellung mit dem Gesamtpreis auf einem Bildschirm an. Das System beherrscht Englisch und Spanisch und erkennt Stammkunden, die einfach fragen können: „Kann ich mein Übliches haben?"
McDonald's-Chef Chris Kempczinski erklärt in einem Unternehmensschreiben, dass „mit weniger Interaktionen die Messlatte für Gastfreundschaft steigt, die Menschen das Gefühl gibt, gesehen, willkommen und wertgeschätzt zu werden."
McDonald's betonte, das System solle Geschwindigkeit, Genauigkeit und das Erlebnis für Kunden und Mitarbeiter verbessern, nicht Arbeitsplätze ersetzen.

Es ist nicht der erste Versuch des Konzerns in dieser Richtung. Wie Restaurant Business berichtet, hatte McDonald's 2024 einen ähnlichen Test eingestellt, nachdem Videos mit fehlerhaften Bestellungen in sozialen Medien viral gegangen waren. Auch Fastfood-Ketten wie Taco Bell und Wendy's haben inzwischen eigene KI-Bestellsysteme für den Drive-thru angekündigt.
Was Branchenexperten über die Zukunft des Fast Food sagen
Jonathan Maze, Chefredakteur des Fachmagazins Restaurant Business, sagt gegenüber ABC News: „Sie automatisieren buchstäblich eine Aufgabe, die bisher von einem Menschen erledigt wurde. Das erklärte Ziel der Unternehmen ist es, die Zeit der Mitarbeiter für andere Dinge freizumachen." Er geht noch weiter: „Man kann sich eine Zukunft in fünf, zehn Jahren vorstellen, in der keine Bestellung bei McDonald's mehr von einem Menschen aufgenommen wird."




