Schock an der Zapfsäule

Hohe Spritpreise: ADAC fordert Prüfung durch Kartellamt

Sind die Spritpreise an deutschen Tankstellen überhöht? Benzin und Diesel werden wieder teurer, daher fordert der ADAC eine Prüfung.

Author - Sebastian Karkos
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Wer gerade tanken muss, erlebt an der Kasse die eine oder andere böse Überraschung.
Wer gerade tanken muss, erlebt an der Kasse die eine oder andere böse Überraschung.Hauke-Christian Dittrich/dpa

Gerade wer in diesen Tagen mit dem Auto auf dem Weg in den Urlaub ist, spürt die hohen Spritpreise. Am Mittwochmorgen kostet der Liter Diesel in Berlin durchschnittlich 2,12 Euro, Super liegt bei 2,15 Euro, E10 liegt bei 2,09 Euro.

ADAC sieht Klärungsbedarf bei Benzinpreisen

Die Preise an den Zapfsäulen sind in den vergangenen zwei Wochen wieder kräftig gestiegen. Beim ADAC schaut man daher genau hin. Das sollte laut Automobilclub auch das Kartellamt tun, weil die Mineralölkonzerne womöglich die höheren Rohölpreise übermäßig an die Verbraucher weitergeben: „Aktuell sehen wir das Preisniveau als zu hoch an, was das Thema Rohöl und die weltpolitische Lage angeht“, sagte ADAC-Sprecherin Katharina Luca in der ARD. „Wie die Mineralölkonzerne ihre Preisgestaltung machen, entzieht sich unserer Kenntnis und müsste aus unserer Sicht definitiv geprüft werden.“

Von Anfang Mai bis Ende Juni galt der Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung den Anstieg der Spritpreise dämpfen wollte. Ende Juni hatten die Preise dadurch – und durch eine vorübergehende Entspannung im Nahen Osten – wieder ein ähnliches Niveau wie vor Beginn des Iran-Krieges erreicht. Diesel kostete vorübergehend wieder weniger als 1,80 Euro pro Liter. Damit ist es vorbei. Die Preise gehen wieder nach oben. Gerade in den vergangenen zwei Wochen sind auch die Ölpreise auf dem Weltmarkt wieder gestiegen.

Vor Ende des Tankrabatts bildeten sich Ende Juni an vielen Tankstellen in Deutschland noch einmal lange Autoschlangen.
Vor Ende des Tankrabatts bildeten sich Ende Juni an vielen Tankstellen in Deutschland noch einmal lange Autoschlangen.Matthias Bein/dpa

Einen weiteren Tankrabatt wird es allerdings nicht geben. Das hat die Bundesregierung zuletzt deutlich gemacht. Der Tankrabatt kostete den Bund nach einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro. Viel Geld, das nun wieder die Verbraucher ausgeben müssen.

Regierung schließt weiteren Tankrabatt aus

Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgen weiter für Schwankungen am Ölmarkt. Alternativen für deutsche Autofahrer wie das Tanken im Ausland bleiben, sind aber nur für diejenigen attraktiv, die nahe an der Grenze wohnen. Neben Polen ist auch Tschechien eine Option. Allerdings hat die Regierung in Prag gerade nach mehr als drei Monaten den staatlichen Preisdeckel für Benzin und Diesel aufgehoben. Damit wird auch dort das Tanken teurer.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Muss das Kartellamt bei den Benzin- und Dieselpreisen durchgreifen? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com