Steht Europa ein Vulkanausbruch bevor? Aktuell kommen sorgenvolle Nachrichten von der Insel Teneriffa, einem der Urlaubsparadiese der Deutschen. Hier wird seit geraumer Zeit eine verstärkte Erdbeben-Frequenz gemessen – mit teilweise Tausenden kleineren Erdbeben im Bereich des Teide-Nationalparks. Hier befindet sich auch der Vulkan Teide. Die Behörden reagieren besonnen, bereiten aber die ersten Schritte für den Notfall vor.
Könnte der Vulkan Teide auf Teneriffa bald ausbrechen?
In den vergangenen Wochen wurden von Messstationen auf Teneriffa Tausende Mini-Erdbeben registriert, heißt es in Berichten von der Vulkaninsel. Im Teide-Nationalpark soll es immer wieder zu den Erschütterungen gekommen sein. Die Beben spielten sich laut Wissenschaftlern aber in großer Tiefe ab – und blieben deshalb von der Bevölkerung unbemerkt. Dennoch sind die Wissenschaftler alarmiert.
Wie die Zeitung „Diario de Avisos“ berichtet, sollen sich die Muster von den bisher bekannten seismischen Aktivitäten rund um den Vulkan Teide unterscheiden. Letzte Woche kehrte laut aktuellen Meldungen Ruhe ein, doch am Wochenende nahm die Anzahl der Erdbeben erneut zu. Wieder wurden zahlreiche Erschütterungen gemessen.
Laut Angaben des Nationalen Geographischen Instituts (IGN) ereigneten sich diese Erdbeben wieder in einer beträchtlichen Tiefe zwischen 10 und 16 Kilometern.

Auf einer vulkanischen Insel wie Teneriffa sind solche Aktivitäten normal – und kommen immer wieder vor. Doch dieses Mal sind auch die Behörden alarmiert. Bürgermeister José Manuel Bermúdez ließ bereits eine Kommission einrichten, die Pläne für den Notfall erarbeitet.
Was er öffentlich äußerte, macht vielen Sorgen. „Ich möchte niemanden beunruhigen, aber ich möchte die Botschaft vermitteln, dass der Stadtrat präventiv handelt und sich vorbereitet, falls er eingreifen muss“, sagte er. „Denn es ist klar, und Wissenschaftler haben dies auch gesagt, dass das, was geschieht, nicht normal ist.“
Behörden wollen auf Ausbruch vorbereitet sein
Es geht nun darum, auf einen möglichen Ausbruch des Teide vorbereitet zu sein. Vor allem die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife müsse gut gerüstet sein, falls es wirklich dazu kommen sollte.
Es geht um das Bereitstellen von Unterkünften, aber auch um Themen wie die Sicherung der Wasserversorgung. José Manuel Bermúdez stellte klar, dass sich alle städtischen Abteilungen mit solchen Fragen auseinandersetzen sollten.

Vor allem auf die Erhaltung der Infrastruktur wird der Fokus gelegt. Denn: Auch wenn die Hauptstadt nicht direkt von den Lavaströmen des Teide betroffen sein wird, wenn der Vulkan ausbricht, könnten die Auswirkungen auf die Versorgungsnetze riesig sein. Es heißt, wichtige Institutionen wie der Königliche Nautische Club von Teneriffa hätten gegenüber dem Bürgermeister bereits zugesagt, ihre wichtigen Einrichtungen und Ressourcen für den Notfall zur Verfügung zu stellen.
Forscher behalten den Teide genau im Blick
Klar ist aber auch: Ob es wirklich zum Ausbruch des Teide kommt, ist aktuell vollkommen unklar. Aktuell gibt es keinen konkreten Alarm für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des Teide.
Aber: Wissenschaftler und Behörden sind alarmiert und behalten das Gebiet genau im Blick. Man müsse sich frühzeitig vorbereiten. Denn: „Wir wissen nicht, wie es sein wird, wie es ablaufen wird oder wann es passieren wird“, sagte der Bürgermeister.
Der Teide ist ein aktiver Vulkan auf der Kanareninsel Teneriffa und mit etwa 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens. Er liegt im Teide-Nationalpark, der wegen seiner beeindruckenden Vulkanlandschaft und einzigartigen Natur zum UNESCO-Welterbe gehört.
Der Teide entstand durch zahlreiche Vulkanausbrüche über Hunderttausende von Jahren und prägt das Landschaftsbild der Insel stark. Obwohl der Vulkan heute nur schwache vulkanische Aktivität zeigt, gilt er weiterhin als aktiv.




