Er provoziert weiter

Er bekommt 3000 Euro vom Staat! Arbeiten? „Vielleicht brauchen manche das“

Ein Berliner kassiert mit seiner Familie rund 3000 Euro vom Staat und sagt offen: Arbeiten lohnt sich nicht. Seine Aussagen sorgen für heftige Kritik.

Author - Florian Thalmann
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Archii und seine Freundin Angelina leben vom Staat und wollten daran so schnell nichts ändern. Der Berliner arbeitet stattdessen an der großen Rap-Karriere.
Archii und seine Freundin Angelina leben vom Staat und wollten daran so schnell nichts ändern. Der Berliner arbeitet stattdessen an der großen Rap-Karriere.RTL zwei

Sozial-Dokus wie „Armes Deutschland“ leben von Protagonisten, die Einblicke in ihr Leben geben – und die dabei auch immer wieder mit ihren Aussagen provozieren. Der Berliner Archii gehört ohne Frage dazu. Der Hobby-Rapper will nicht arbeiten gehen, sondern sich eine Karriere als Rapper aufbauen. Vom Staat kassiert er mit seiner kleinen Familie insgesamt 3000 Euro – und damit mehr, als er in seinem eigentlichen Job in der Gastronomie verdienen würde. Arbeiten lohnt sich nicht, sagt er. Und das macht auch viele KURIER-Leser wütend.

Archii gehört zu den Stars von „Armes Deutschland“

Schon in der vergangenen Woche berichteten wir über den Berliner Archii, weil er in der TV-Sendung „Armes Deutschland“ zu sehen war. Nun hat er erneut einen großen Auftritt: Am Dienstag wird wieder eine Folge der Sozial-Doku gezeigt (20.15 Uhr, RTLZwei).

Wieder kommt Archii vor, wieder sorgt er mit markigen Aussagen für Aufsehen. Zur Erinnerung: Als die Folgen von „Armes Deutschland“ gedreht wurden, arbeitete Archii schon seit zwei Jahren nicht mehr in seinem Job als Kellner, kassierte Hartz IV. „Ich mache mir den Buckel nicht mehr krumm, nicht mehr für jemand anderes, nur noch für mich und meine Familie.“

Warum er keinen Job mehr in der Gastronomie will, verrät er jetzt: Vom Staat kommt mehr Geld, als er dort verdienen würde. Er habe in der Branche jahrelang geackert. „Von diesen Gehältern könnte ich eine  Familie mit fünf Kindern nie ernähren“, sagt er. „Welcher Kellner verdient 2500 Euro? Vielleicht in Dubai irgendwo, aber nicht hier in Berlin. Das ist eine Traumvorstellung.“

Angebote schlägt der Berliner, der keine abgeschlossene Ausbildung hat, aus. So habe man ihn Jobs in Kantinen für 1400 Euro netto angeboten. „Wie stellen die sich das vor?“

Archii möchte nicht arbeiten, sondern lieber vom Staat leben – und sich in der Zeit eine Karriere als Rapper aufbauen.
Archii möchte nicht arbeiten, sondern lieber vom Staat leben – und sich in der Zeit eine Karriere als Rapper aufbauen.RTLZwei

Er bleibt lieber zu Hause. „In der Gastronomie möchte ich mich nicht mehr für andere krumm machen, weil ich so viele schlimme Erfahrungen gemacht habe“, sagt er.

Die Geschäftsführer würden mit ihren Angestellten teilweise umgehen wie mit Sklaven, prangert der arbeitslose Berliner an. Denn das Personal gerade in der Branche sei austauschbar. „Ich habe nirgendwo länger als sechs Monate ausgehalten, weil ich die Sache zu ernst nehme.“ Archii will lieber sein eigener Chef sein – und zuerst Rapper werden, später dann vielleicht einen eigenen Food Truck haben.

Berliner will lieber weiter vom Staat leben

Bis dahin will er vom Staat leben und an seiner Musikkarriere arbeiten. Doch das geht gar nicht so einfach wie gedacht. In der aktuellen Folge von „Armes Deutschland“ stehen Archii und seine Frau auch vor einem Konflikt mit den Behörden: Sie haben Elterngeld beantragt, doch das wird auf den Hartz-IV-Satz angerechnet.

Das bedeutet: 300 Euro weniger soll die Familie plötzlich zur Verfügung haben. Die Entscheidung weckt plötzlich seinen Gerechtigkeitssinn. „Die Menschen interessieren sich nicht mehr für die Gesellschaft, nur noch für sich“, sagt er.

Ob aus Archii ein Star-Rapper wird? Das Ende dieser Berliner Erfolgsgeschichte ist bisher offen.
Ob aus Archii ein Star-Rapper wird? Das Ende dieser Berliner Erfolgsgeschichte ist bisher offen.RTLZwei

Bis auf solche Ausnahmen sei das Leben mit dem Jobcenter aber eigentlich recht einfach. Früher hätten die Behörden immer wieder gesagt, er solle wieder ein Teil der Gesellschaft werden. „Vielleicht brauchen manche das, aber ich brauche so was nicht“, sagt er. Aktuell finde er den Umgang mit den Behörden entspannt.

Umgang mit dem Jobcenter ist für Archii kein Problem

„Sie schreiben einen an und wollen einen in irgendwelche Maßnahmen reinstecken – aber wenn man nicht hingeht, hat man keine Strafen zu erwarten“, verrät er. Arbeiten will er nicht, das hat Archii immer wieder deutlich gemacht. „Manche Leute tauschen Zeit gegen Geld“, sagte er in der letzten Folge von „Armes Deutschland“. „Die gehen dann ihr Leben lang, ein Drittel ihres Tages Minimum, wenn nicht sogar noch mehr, geben die auf, für eine Summe, die die Ende des Monats bekommen.“

Sie schreiben einen an und wollen einen in irgendwelche Maßnahmen reinstecken – aber wenn man nicht hingeht, hat man keine Strafen zu erwarten.

Arbeitsloser Archii über Umgang mit dem Jobcenter

Es sind Aussagen, die auch die KURIER-Leser wütend machen. „Die Behörden, die das lesen, sollten alles sperren“, schreibt ein Nutzer auf Facebook. „Da muss es doch eine Möglichkeit geben.“ Eine Frau schreibt: „Wenn jeder so denken würde, wären alle arbeitslos und keiner ist dann mehr da, um das zu finanzieren.“ Eine Frau ist außer sich. „So ein Sozialschmarotzer“, schimpft sie.

Aussagen von Archii machen Berliner wütend

„Anderen Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können, oder den armen Rentnern, die Flaschen sammeln gehen, um über die Runden zu kommen, denen sollte man das Geld zukommen lassen, das der Typ sich durch seine Faulheit ergaunert.“ Und einer schreibt: „Wer sich auch noch öffentlich so äußert, dem gehört sofort alles gestrichen.“

Was halten Sie von Archii und seinen Aussagen? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!