Viele schauen sich im Fernsehen gern Sozial-Dokus wie „Armes Deutschland“ an – doch die Show polarisiert massiv. Schon im Untertitel der Sendung heißt es „Stempeln oder Abrackern?“. Die Frage, die hier gestellt wird: Lohnt sich Arbeiten in Deutschland überhaupt noch – oder kommt man besser, wenn man sich von Vater Staat durchfüttern lässt? Einer, der aktuell wieder in der Show zu sehen ist und mit seinen Aussagen provoziert, ist der Berliner Archii. Er will unbedingt Rapper werden und ist sicher: Wer für Geld ehrlich arbeitet, verkauft seine Seele!
Arbeitsloser provoziert bei „Armes Deutschland“
Der Bürgergeld-Empfänger aus Berlin provoziert in der Sendung „Armes Deutschland“ immer wieder mit seinen heftigen Aussagen. „Manche Leute tauschen Zeit gegen Geld“, sagt er etwa in der aktuellen Folge der Sozial-Doku. Wer für Geld und ehrlich arbeitet, verkauft sich nach der Meinung des Berliners. „Die gehen dann ihr Leben lang, ein Drittel ihres Tages Minimum, wenn nicht sogar noch mehr, geben die auf, für eine Summe, die die Ende des Monats bekommen“, sagt Archii.
Für ein solches Leben hat der Bürgergeld-Empfänger nicht viel übrig. „Die verkaufen ihre Seele meiner Meinung nach. Die werfen ihr Leben weg. Die sind nichts anderes als eine Maschine, die jemand anderes bereichert.“ Das scheint für die Zuschauer von „Armes Deutschland“ aber auch kein Wunder zu sein: Archii und seine Familie leben in der Hauptstadt von Hartz IV – und für sie lohnt sich das Arbeiten nicht.

Rund 3000 Euro bekommen er und seine Familie vom Staat. Das ist mehr als das, was Archii früher in der Gastronomie verdient hat. „Ich arbeite schon seit zwei Jahren nicht mehr. Ich mache mir den Buckel nicht mehr krumm, nicht mehr für jemand anderes, nur noch für mich und meine Familie.“ In der Gastronomie habe er schlechte Erfahrungen gesammelt, betonte der Bürgergeld-Empfänger in der Vergangenheit mehrfach.
„Frage mich, wofür ich jeden Morgen aufstehe“
Für sich – das heißt: der ehemalige Kellner schraubt lieber an seinem großen Traum. Er will unbedingt Rapper werden und arbeitet lieber an seiner Musikkarriere statt für sein Geld. Von seinem Talent ist er überzeugt: Er weiß, dass er sich seinen Wunsch erfüllen wird – er weiß nur noch nicht, wann genau er dort ankommen wird, sagt er im Interview mit RTL. Dass er das Geld vom Staat nimmt, um an seiner Musikkarriere zu kurbeln, verschafft Archii kein schlechtes Gewissen.

Warum? „Ich arbeite ja trotzdem – ich verdiene nur nichts“, sagt er und lacht. „Die Arbeit, die ich in meine Musik reinstecke, die ist mehr als wertvoll. Und hoffentlich zahlt sie sich eines Tages aus.“
Die Aussagen des Arbeitslosen Kellners sorgen bei den Zuschauern für viel Wut. Unter Videos von Archii auf Youtube haben sich schon jede Menge Kommentare gesammelt. „Wie schön, dass ich von meinem Gehalt 40 Prozent abdrücke, für solche Menschen“, schreibt etwa ein Nutzer. Ein anderer: „Mittlerweile frage ich mich, warum ich jeden Morgen um 5 Uhr aufstehe.“
Hass im Netz: Archii bringt Zuschauer gegen sich auf
Ein Nutzer schreibt: „Bin ich stolz auf unseren Sozialstaat. Studiert, Kredit aufgenommen und arbeite Vollzeit in einem stressigen Beruf. Ich unterstütze meine Mutter, da Sie ansonsten unterhalb der Armutsgrenze leben würde im Alter und zahle meine Kredite zurück.“ Doch am Ende bleiben ihm selbst nur 1600 Euro übrig. „Aber ich zahle gern für einen Newcomer Rapper.“ Und eine Frau schreibt: „Ein 37-jähriger Mann wird von uns allen finanziert, nur weil er in einer Traumwelt lebt.“ Und einer kommentiert: „Danke Archie, dass ich und andere Menschen arbeiten, um dich und deine Familie finanzieren!“


