Das ZDF steht wegen einer Ausgabe seiner Kindernachrichten „logo!“ in der Kritik. In der Sendung vom 19. März wurden zwei Beiträge direkt hintereinander ausgestrahlt – einer zum Ende des Ramadan, der andere zum Mitgliederschwund in den christlichen Kirchen. Genau diese Kombination sorgt jetzt für Diskussionen.
Ramadan-Beitrag zeigt Familien, Fest und Traditionen
Im ersten Beitrag ging es um das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Gezeigt wurden Männer, Frauen und Kinder beim gemeinsamen Fastenbrechen. „Nach Sonnenuntergang gibt’s ein Abendessen, oft mit der ganzen Familie und mit Freunden“, erklärt der Sprecher. Außerdem wurde das Zuckerfest thematisiert, bei dem „Kinder viele Süßigkeiten geschenkt bekommen“.
Direkt danach folgte ein Beitrag über den Mitgliederschwund der christlichen Kirchen – allerdings in ganz anderer Form. Statt echter Menschen zeigte das logo!-Team ein Erklärvideo mit historischen Darstellungen. Darin hieß es unter anderem, die Kirche sei früher „sehr, sehr mächtig“ gewesen, mit „sehr viel Geld und Einfluss“. Menschen hätten „aus lauter Angst“ Ablassbriefe gekauft, weil ihnen gesagt worden sei, sie könnten sich so von ihren Sünden befreien.

Auch die Gegenwart wurde kritisch dargestellt. „Und dann haben Kirchenleute in den letzten Jahrzehnten richtig schlimme Fehler gemacht und zum Teil schreckliche Verbrechen an Kindern begangen“, heißt es im Beitrag. Am Ende verwies die Moderatorin darauf, dass Kinder online „mehr zu diesen Verbrechen lesen“ könnten.
Über die Sendung berichtete zuerst die katholische Nachrichtenagentur Catholic News Agency (CNA).
Kritik an Gegenüberstellung von Islam und Kirche
Genau diese Gegenüberstellung kritisiert der ehemalige ZDF-Hauptstadtkorrespondent Thorsten Alsleben auf der Plattform X scharf. Er reichte eine Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat ein. In seiner Kritik schreibt er unter anderem: „Der Eindruck, der sich gerade Kindern bieten musste: Ramadan/Islam fröhlich-freundlich; Kirchen strafend, angsteinflößend, unwissenschaftlich, voller Verbrechen“.
Weiter führt er aus: „Es war in dem Bericht ausschließlich negativ über die Kirche berichtet worden. Kein Wort zu der Botschaft der Erlösung durch den Kreuzestod Jesus, den so keine andere Religion bietet.“
Ich habe heute zum ersten mal im Leben eine förmliche Programmbeschwerde beim @ZDF Fernsehrat eingereicht. Die Kindernachrichtensendung Logo hatte in einer mehrere Programmrichtlinien verletzenden Form einen einseitigen Hetzbericht über die Geschichte der christlichen Kirchen… pic.twitter.com/sggSuZoqM7
— Thorsten Alsleben 🇩🇪🇮🇱🇺🇦 (@BerlinReporter) March 19, 2026


