Haben Sie noch Bargeld zu Hause? Der eine oder andere steckt noch immer Scheine und Münzen klassisch in Sparschwein oder Sparstrumpf. Und das, obwohl auch im Zahlungsverkehr vieles digitaler wird und sogar der „digitale Euro“ kommen soll. Experten warnen jetzt vor dem Bargeld-Paradoxon – wir verraten, was dahinter steckt!
Bargeld-Paradoxon: Mehr Bargeld in digitalen Zeiten
Ein Bargeld-Paradoxon – was soll das sein? Burkhard Balz, Vorstand der Deutschen Bundesbank, wies in einem Interview mit der Zeitung Welt jetzt wieder auf das besondere Problem hin. „Jahr für Jahr wird mehr Bargeld produziert, während der Anteil der Barzahlungen im Alltag sinkt“, sagt er. Obwohl also nach und nach alles digitaler wird und immer mehr Menschen elektronisch zahlen, wird das Bargeld nicht weniger.
Man sieht es etwa in den Supermärkten immer mehr: Während Deutschland lange als Bargeld-Nation galt, haben inzwischen nahezu überall Selbstbedienungskassen Einzug gehalten, an denen nur in wenigen Fällen mit Bargeld gezahlt werden kann – und die trotzdem gut genutzt werden.
Viele Kunden verwenden inzwischen auch ihr Handy zum Zahlen. Auch in der Gastronomie sind elektronische Zahlungswege inzwischen mehr als üblich, das Bargeld ist immer weiter auf dem Rückzug.

Laut Balz wurden zuletzt nur noch 51 Prozent der Transaktionen mit Bargeld getätigt. Der Bundesbank-Vorstand ist sicher, dass dieser Anteil auch weiterhin sinken wird. Aber: Das Bargeld wird trotzdem bleiben. „Wir stehen klar zum Bargeld – investieren in seine Infrastruktur, bereiten eine neue Banknotenserie vor und haben ein nationales Bargeldforum initiiert. Aber wir leben nicht mehr in einer rein analogen Welt.“
Bundesbank-Vorstand: Der digitale Euro wird kommen
Auch deshalb ist schon länger der „digitale Euro“ in Vorbereitung, eine virtuelle Version unseres Geldes, die als kostenlose, sichere und anonyme Ergänzung zu Münzen und Banknoten dienen soll. Der digitale Euro soll perspektivisch via App oder offline über eine Karte nutzbar sein und bei Zahlungen in Geschäften, im Onlinehandel und auch zwischen Privatpersonen nutzbar sein.
„Wir bereiten das Projekt sehr gut vor. Politisch rechne ich noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung“, erklärt Balz der Welt. „Danach folgt ein Testbetrieb, die Ausschreibungen dafür laufen bereits. Am Ende bin ich überzeugt: Der digitale Euro wird kommen.“

Deutsche horten Bargeld: Der Grund für das Paradoxon
Nur: Wofür haben die Deutschen noch so viel Bargeld? Untersuchungen zeigen, dass viele die Scheinchen noch immer als Sparanlage nutzen, sie also im vermeintlich sicheren Zuhause bunkern. Die Europäische Zentralbank meldete März 2025 beispielsweise, dass es im Euroraum insgesamt 1,564 Billionen Euro in bar gab, rund 30 Milliarden mehr als im Frühjahr 2022. Und das trotz Trend zur digitalen Zahlung!



