Halberstadt geht jetzt „all in“ – und zwar bei der Wurst. Die Unternehmensgruppe Halberstädter Würstchen will sich breiter aufstellen. Das teilte der Sanierungsexperte mit, der das Unternehmen seit einem Jahr begleitet.
Diese neuen Produkte sind geplant
Geplant ist demnach, neue Produkte auf den Markt zu bringen. Künftig sollen auch Suppen im Glas, mehr Geflügel‑ sowie Brat‑ und Grillwürste hergestellt werden. Zudem wird es den Angaben nach Halal‑Produkte für internationale Märkte geben. Das sind Lebensmittel, die nach islamischem Recht für Muslime gestattet sind.
Halberstädter will neue Märkte erschließen
Der Plan dahinter ist klar: Raus aus der regionalen Ecke, rein in neue Regale – und in neue Regionen. Wie Halberstädter-Geschäftsführerin Silke Erdmann-Nitsch sagte, will die Unternehmensgruppe auch in Nord- und Süddeutschland Fuß fassen.
Im Hintergrund läuft unterdessen weiter das Ringen um Stabilität. In der Vergangenheit hatte Halberstädter mit gestiegenen Energie‑, Fleisch‑ und Personalkosten zu kämpfen. Auch der schrumpfende Wurstmarkt und der sinkende Umsatz setzten der Firma zu. Derzeit läuft ein Schutzschirmverfahren. Es soll noch vier bis sechs Wochen dauern.

Schutzschirmverfahren bei Halberstädter
Ein Schutzschirmverfahren ist ein besonderes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, das Unternehmen bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung nutzen können, um unter gerichtlicher Aufsicht einen Sanierungsplan zu erarbeiten. Die Geschäftsführung bleibt dabei grundsätzlich am Steuer, begleitet von einem vorläufigen Sachwalter.
Das Verfahren ist also als Werkzeug gedacht, um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden und den Betrieb fortzuführen. Genau darauf setzt Halberstädter jetzt, während parallel das Sortiment erweitert und neue Absatzchancen gesucht werden.




