Die Schauspielerin Ingrid van Bergen ist tot. Die einstige Dschungelkönigin ist in der Nacht zu Freitag in ihrem Zuhause in Eyendorf (Niedersachsen) im Alter von 94 Jahren gestorben. Das wurde dem KURIER aus Insiderkreisen bestätigt.
Traurige Nachrichten für alle Fans von Ingrid van Bergen: Die Schauspielerin ist tot. Am Freitag wurde sie leblos in ihrem Bett in ihrem Zuhause in Eyendorf gefunden. Ein Arzt bestätigte am Morgen dann vor Ort ihren Tod. Sie wurde 94 Jahre alt.
„Sie hat gesagt, sie kann nicht mehr“
Wie der KURIER erfuhr, hatte van Bergen zuletzt ihren Lebensmut verloren. „Sie wollte sterben. Sie hat gesagt, sie kann nicht mehr“, sagt Linda Schnitzler zum KURIER. Schnitzler war eine enge Freundin der Schauspielerin und lebte die letzten Jahre mit ihr zusammen auf dem Hof in Niedersachsen.
„Ich habe schon am Abend gemerkt, dass es ihr nicht gut geht. Es hat sich heute Nacht angekündigt. Und dann ist sie ganz friedlich eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht“, berichtet Schnitzler weiter.
Van Bergen gehörte zu den prägnantesten Gesichtern des deutschen Showgeschäfts. Seit den 50er-Jahren stand die Schauspielerin für zahlreiche Film- und TV-Produktionen vor der Kamera, gefeiert für ihre resolute Art und ihre markante, rauchige Stimme.

Zu ihren bekanntesten Filmen gehören wohl „Grün ist die Heide“ (1951), „Haie und kleine Fische“ (1957) und „Rosen für den Staatsanwalt“ (1959) – der ihr zum Durchbruch verhalf. Auch bei einigen „Tatort“-Produktionen war sie im Laufe ihrer Karriere zu sehen.
Als Dschungelkönigin feierte sie ihr TV-Comeback
Jüngere Zuschauer lernten van Bergen ebenfalls kennen – spätestens mit ihrem fulminanten Auftritt im Dschungelcamp 2009. Dort wurde die TV-Ikone im hohen Alter von 77 Jahren zur Dschungelkönigin gekrönt und schrieb damit TV-Geschichte.

Die Schauspielerin, die 1931 in Danzig geboren wurde, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Van Bergen war viermal verheiratet – unter anderem mit dem Kabarettisten Erich Sehnke, dem Vater ihrer Tochter Andrea, und dem Schauspieler Michael Hinz: Die gemeinsame Tochter Carolin starb 1990 mit nur 26 Jahren.
Sie erschoss ihre große Liebe und wanderte in den Knast
Am 3. Februar 1977 erschütterte ein Skandal Deutschland: In ihrer Villa am Starnberger See erschoss van Bergen ihren Geliebten Klaus Knaths. Der Prozess wurde zum Medienspektakel, Staranwalt Rolf Bossi verteidigte sie. Urteil: sieben Jahre Haft wegen Totschlags.

Vier Jahre verbrachte sie in der JVA Aichach, dann wurde sie vorzeitig entlassen. Hinter Gittern schloss lernte sie Linda Schnitzler kennen. Die Münchner Taxifahrerin Linda hatte die neue Freundin ihrer lesbischen Ex-Geliebten erschossen.
Nach ihrer Haftentlassung zog sich van Bergen zurück, lebte erst auf Mallorca, wo sie als Tierschützerin aktiv war, und später auf dem Bauernhof in der Lüneburger Heide – wo sie nun friedlich eingeschlafen ist.
Als die Schauspielerin immer kränker wurde, zig Linda Schnitzler aus München zu ihr und wich bis zu ihrem Tod nicht mehr von ihrer Seite. Der Hof wurde das gemeinsame Zuhause der beiden Frauen.




