Angst in Dubai

Nach den Angriffen auf den Iran sitzen Tausende Touristen fest

Flüge in der Golfregion, auch aus Dubai, wurden massenweise gestrichen. Auch der BER ist betroffen. Luxushotel Burj Al Arab von Drohne getroffen.

Author - Stefan Doerr
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Riesige Rauchwolken stehen über dem Hafen Dschabal Ali in Dubai.
Riesige Rauchwolken stehen über dem Hafen Dschabal Ali in Dubai.Fadel Senna/AFP

Der Angriff auf den Iran durch Israel und die USA hat den internationalen Luftverkehr in der Golfregion weitgehend zum Erliegen gebracht und tausende Urlauber stranden lassen. Besonders betroffen ist das Drehkreuz Dubai, wo normalerweise rund um die Uhr Maschinen aus aller Welt starten und landen.

Internationale Flüge gestoppt, auch BER betroffen

Rund 1000 Flüge pro Tag werden in Dubai abgewickelt. Mehrere Airlines setzten ihre Verbindungen aus, nachdem zahlreiche Staaten ihre Lufträume schlossen.

Die Fluggesellschaft Emirates stoppte bereits am Samstag den Verkehr von und nach Dubai. Auch Etihad Airways kündigte an, sämtliche Flüge ab Abu Dhabi bis Sonntag auszusetzen. „Flüge, die sich bereits auf dem Weg nach Abu Dhabi befinden, kehren gegebenenfalls zu ihren Abflughäfen zurück“, teilt die Airline mit.

Betroffen davon ist auch der Flughafen BER. Am Sonntagabend hätten zwei Flüge nach Dubai gehen sollen. Um 21.45 Uhr mit Eurowings (EW 1166) und um 23.15 Uhr mit Condor (DE 2500). Beide wurden gestrichen. Ebenso die Ankünfte aus Dubai – um 15.05 Uhr mit Condor und um 22.05 mit Eurowings. Die Touristen in Dubai sitzen fest. Auch Abu Dhabi ist keine Alternative. Um 15.10 Uhr hätte eine Eurowings-Maschine aus diesem Emirat am BER landen sollen – ebenfalls gestrichen.

Luxushotel Burj Al Arab von Drohne getroffen

Am Sonntagmorgen erschütterten erneut Explosionen mehrere Städte der Region. Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch in Dubai und in Manama in Bahrain waren Detonationen zu hören.

Trümmerteile einer Rakete trafen das Fairmont The Palm Hotel in Dubai. Ein Brand brach aus.
Trümmerteile einer Rakete trafen das Fairmont The Palm Hotel in Dubai. Ein Brand brach aus.Altaf Qadri/AP/dpa

In der Nacht geriet das berühmte Luxushotel Burj Al Arab in Brand. Trümmerteile einer abgefangenen iranischen Drohne lösten das Feuer aus, mehrere der insgesamt 56 Stockwerke brannten. Wenige Stunden zuvor wurde Fairmont Hotel The Palm getroffen.

Tausende Touristen warten im Flughafen auf ihre Ausreise

Der Flughafen von Dubai gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte des weltweiten Reiseverkehrs. Nun ist der Betrieb an den beiden Großflughäfen der Metropole vorerst unterbrochen. Passagiere wurden gebeten, gar nicht erst zum Flughafen zu kommen. Der Luftraum sei als „Vorsichtsmaßnahme“ geschlossen worden, teilten die Behörden mit. In sozialen Netzwerken kursieren Videos von überfüllten Terminals in Dubai, wo Menschen auf dem Boden sitzen.

Der Flughafen von Dubai ist ein wichtiges Drehkreuz in der Golfregion.
Der Flughafen von Dubai ist ein wichtiges Drehkreuz in der Golfregion.Jon Gambrell/dpa

„Die Ausmaße ‌dieser Drehkreuze sind heute einfach enorm. Hunderttausende ‌von Menschen werden an den falschen Orten der Welt festsitzen, ohne Gewissheit, wann sie weiterreisen können“, sagt der britische Luftfahrtanalyst John Strickland zur Situation in der Golfregion.

Oberhaupt des Iran bei Angriff getötet

Auslöser der Eskalation im Nahen Osten sind massive Luftangriffe Israels und der USA auf Ziele im Iran. Dabei wurde auch das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei getötet. Das iranische Staatsfernsehen bestätigte den Tod des 86-Jährigen am Sonntag. Nach Angaben des israelischen Senders Channel 12 sollen 30 Bomben seine Residenz getroffen haben. Der Sender Kan berichtete später, seine Leiche sei aus den Trümmern geborgen worden.

US-Präsident Donald Trump erklärte, die Bevölkerung des Iran habe nun die „Chance“, sich ihr Land „zurückzuholen“. Die iranischen Revolutionsgarden kündigten Vergeltung an. Ein Trio um den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian soll die Übergangsphase nach Chameneis Tod leiten.

Irans Revolutionsgarden drohen Vergeltung an

Die Revolutionsgarden, deren Anführer Mohammed Pakpur bei den Angriffen auf Teheran getötet wurde, kündigten Vergeltung an und drohten: „Die heftigste Offensive in der Geschichte der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran wird jeden Moment beginnen.“

Wie ist Ihre Meinung zu den Angriffen von Israel und den USA auf den Iran? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com