Sanierungsfall

Schock für Schnäppchenjäger: Mäc-Geiz stellt Insolvenzantrag

Der Billig-Discounter kämpft ums Überleben, aber der Geschäftsbetrieb soll vorerst weiterlaufen.

Author - Paula Hitzemann
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Mäc Geiz hat Insolvenzantrag gestellt – die rund 180 Filialen sollen vorerst weiter geöffnet bleiben.
Mäc Geiz hat Insolvenzantrag gestellt – die rund 180 Filialen sollen vorerst weiter geöffnet bleiben.Elisa Schu/dpa

Der Discounter Mäc-Geiz hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das bestätigte der Eintrag auf der offiziellen Plattform Insolvenzbekanntmachungen.de. Der Betrieb in allen 183 Filialen soll vorerst weiterlaufen – doch die Zukunft hängt am seidenen Faden.

Ostdeutschland besonders betroffen

Für Kunden ändert sich zunächst nichts, alle rund 180 Filialen bleiben vorerst geöffnet. Doch hinter den Kulissen beginnt nun eine harte Sanierung, deren Ausgang völlig offen ist. Besonders hart trifft es Ostdeutschland, denn in Sachsen, Sachsen‑Anhalt, Thüringen und Berlin betreibt Mäc‑Geiz den Großteil seiner Läden.

Ob die Sanierung gelingt, ist völlig offen.
Ob die Sanierung gelingt, ist völlig offen.Roland Hartig/IMAGO

Nun bangen rund 1.175 Beschäftigte der Firmen Mäc-Geiz Handelsgesellschaft und MTH Retail Services (Germany) um ihre Jobs. Ihre Gehälter sind zunächst über das Insolvenzgeld abgesichert.
Das Verfahren in Eigenverwaltung bedeutet: Die bisherigen Chefs bleiben im Amt und sollen das Unternehmen selbst retten – unterstützt von externen Sanierungsexperten und einem gerichtlich bestellten Sachverwalter.

Alle Filialen werden überprüft

Klar ist schon jetzt: Alle Standorte kommen auf den Prüfstand. Welche Filialen bleiben dürfen und welche schließen müssen, hängt davon ab, welche Standorte noch profitabel betrieben werden können und wo Vermieter zu Zugeständnissen bereit sind. Filialschließungen, Einschnitte im Sortiment und organisatorische Veränderungen gelten als wahrscheinlich.

Brisanter Zeitpunkt der Insolvenz

Spannend: Erst im Februar hatte Konkurrent Kodi die angeschlagene Kette übernommen, dabei hatte Kodi selbst Ende 2024 Insolvenz angemeldet und musste damals 80 Filialen schließen.

Gemeinsam wollte man sich gegen große Wettbewerber behaupten. Doch offenbar waren die Probleme bei Mäc‑Geiz größer als gedacht und der erhoffte Neustart durch den Zusammenschluss gerät nun also ins Wanken.

Warum Mäc‑Geiz in die Krise rutschte

Die Gründe für die Pleite sind vielfältig. Viele Kunden halten ihr Geld zusammen, während Energie‑, Miet‑ und Personalkosten deutlich gestiegen sind. Zusätzlich sorgten zuletzt Unsicherheiten bei der Absicherung von Lieferantenforderungen für massiven Druck. Für ein Geschäftsmodell mit extrem niedrigen Margen ist das kaum zu verkraften.

Tedi profitiert davon, dass viele Verbraucher gezielt nach günstigen Angeboten suchen.
Tedi profitiert davon, dass viele Verbraucher gezielt nach günstigen Angeboten suchen.Elke Münzel/IMAGO

Dabei boomt der Markt eigentlich. Billig‑Riesen wie Action oder Tedi expandieren seit Jahren und eröffnen immer neue Filialen. Der Haken: Kleinere Anbieter wie Mäc‑Geiz geraten dabei zunehmend in den Hintergrund.

Ob die Billig‑Kette die Kurve noch kriegt, ist ungewiss. Fest steht: Die nächsten Wochen entscheiden über die Zukunft von 180 Filialen – und über die Jobs von mehr als tausend Beschäftigten.

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