Der Discounter Mäc-Geiz hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das bestätigte der Eintrag auf der offiziellen Plattform Insolvenzbekanntmachungen.de. Der Betrieb in allen 183 Filialen soll vorerst weiterlaufen – doch die Zukunft hängt am seidenen Faden.
Ostdeutschland besonders betroffen
Für Kunden ändert sich zunächst nichts, alle rund 180 Filialen bleiben vorerst geöffnet. Doch hinter den Kulissen beginnt nun eine harte Sanierung, deren Ausgang völlig offen ist. Besonders hart trifft es Ostdeutschland, denn in Sachsen, Sachsen‑Anhalt, Thüringen und Berlin betreibt Mäc‑Geiz den Großteil seiner Läden.

Nun bangen rund 1.175 Beschäftigte der Firmen Mäc-Geiz Handelsgesellschaft und MTH Retail Services (Germany) um ihre Jobs. Ihre Gehälter sind zunächst über das Insolvenzgeld abgesichert.
Das Verfahren in Eigenverwaltung bedeutet: Die bisherigen Chefs bleiben im Amt und sollen das Unternehmen selbst retten – unterstützt von externen Sanierungsexperten und einem gerichtlich bestellten Sachverwalter.
Alle Filialen werden überprüft
Klar ist schon jetzt: Alle Standorte kommen auf den Prüfstand. Welche Filialen bleiben dürfen und welche schließen müssen, hängt davon ab, welche Standorte noch profitabel betrieben werden können und wo Vermieter zu Zugeständnissen bereit sind. Filialschließungen, Einschnitte im Sortiment und organisatorische Veränderungen gelten als wahrscheinlich.
Brisanter Zeitpunkt der Insolvenz
Spannend: Erst im Februar hatte Konkurrent Kodi die angeschlagene Kette übernommen, dabei hatte Kodi selbst Ende 2024 Insolvenz angemeldet und musste damals 80 Filialen schließen.
Gemeinsam wollte man sich gegen große Wettbewerber behaupten. Doch offenbar waren die Probleme bei Mäc‑Geiz größer als gedacht und der erhoffte Neustart durch den Zusammenschluss gerät nun also ins Wanken.
Warum Mäc‑Geiz in die Krise rutschte
Die Gründe für die Pleite sind vielfältig. Viele Kunden halten ihr Geld zusammen, während Energie‑, Miet‑ und Personalkosten deutlich gestiegen sind. Zusätzlich sorgten zuletzt Unsicherheiten bei der Absicherung von Lieferantenforderungen für massiven Druck. Für ein Geschäftsmodell mit extrem niedrigen Margen ist das kaum zu verkraften.



