Neukölln

Anwohner trauern um ihr liebstes Café im Neuköllner Schillerkiez

Die Neuköllner Anwohner rund um die Oderstraße trauern um ihr Lieblings-Café, das nach fünf Jahren schließen muss.

Author - Sharone Treskow
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(Symbolbild) Ein beliebtes Café verschwindet aus dem Schillerkiez.
(Symbolbild) Ein beliebtes Café verschwindet aus dem Schillerkiez.Unai Huizi/Imago

Eine zuckersüße Ära geht zu Ende! Vor fünf Jahren (2021) hatte Betreiberin Sarah Klausen ihr Café 180 Grad auf der Neuköllner Oderstraße direkt am Eingang des Tempelhofer Feldes eröffnet. Hier warteten seitdem feinste Törtchen und unglaublich leckerer Kuchen auf jeden, der zur Tür reinkommt. Eigentlich wirkte das Lokal im Schillerkiez gerade am Wochenende immer gut besucht. Doch nun ist die Chefin offenbar gezwungen, das 180 Grad zu schließen.

Das 180 Grad schließt nach fünf Jahren

Am Pfingstsonntag, dem 24. Mai, wird das 180 Grad zum allerletzten Mal öffnen. Dann können sich alle Stammkunden nochmal durch Klausens Leckereien probieren – und sich verabschieden. Die Entscheidung, ihr Café zu schließen, sei der Betreiberin „alles andere als leicht gefallen“, wie sie in ihrem Statement auf Instagram schreibt.

Es folgt ein bewegender Text: „5 Jahre liegen hinter mir – 5 Jahre voller Arbeit, Hingabe und unzähliger Momente, die mich geprägt haben“, betont Klausen. „Danke an euch alle – die ihr an sonnigen Tagen vorbeigeschaut habt, euch einen Platz im Licht gesucht habt oder euch bei Kälte und Schnee auf den Weg gemacht habt, um euch ein Stück Kuchen mit nach Hause zu nehmen.“

Warum muss das Café schließen?

Weiter schreibt die Café-Besitzerin: „Danke an all die stolzen Eltern, die mir voller Freude ihre Neugeborenen gezeigt haben und mir gesagt haben, dass meine Kuchen ein Teil ihrer Familienmomente geworden sind.“

Abschließend betont Klausen: „So ein Ort ist nie nur ein Geschäft – er ist ein Stück Leben. Und wie das Leben selbst war auch diese Zeit ein Auf und Ab der Gefühle. [...] Zum Schluss noch ein Satz, der mich immer begleitet hat: Kuchen kommt an Stellen, da kommt Motivation gar nicht hin!“

Der Schillerkiez in Neukölln. Hier wird man das Café sehr vermissen.
Der Schillerkiez in Neukölln. Hier wird man das Café sehr vermissen.Emmanuele Contini/Imago

Über die genauen Gründe für ihre Entscheidung spricht Klausen nicht. Doch womöglich geht es ihr wie vielen Gastronomen in der Hauptstadt: steigende Preise für Zutaten, Mieten, die in die Höhe schießen – und Berliner, die ihr Geld zusammenhalten müssen und nicht mehr so oft außerhalb essen. Und egal, wie schwer man ackert: Gegen diesen Trend kommt man als Besitzer eines Cafés und Co. nur schwer an.

Der Schillerkiez trauert um das 180 Grad

Dem Schillerkiez wird das Café fehlen. Das geht deutlich aus den vielen Kommentaren unter Klausens Instagram-Beitrag hervor. „Liebe Sarah, das 180 Grad wird sehr vermisst werden“, schreibt eine Kundin. „Du hast einen Ort des Genusses geschaffen und ich werde unbedingt nochmal vorbeikommen.“

„Das ist so unglaublich schade“, schreiben viele, und ein anderer: „Dein Kuchen war einfach der beste! Wo soll ich mir jetzt meine Kalorien holen? Ich bin ehrlich traurig.“

Kennen Sie das Café 180 Grad – wie sind ihre Gedanken dazu? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.